Yo! Hermeneutics.

Rektor der Sorbonne einer der eisernsten Verfechter der Hochschulreformen Ende der 60er. Dabei geriet er zunehmend zwischen die Fronten der staatlichen Forderungen und diverser revolutionärer Splittergruppen. 1969 schüttete ihm eine Gruppe von Maoisten eine Mülltonne über den Kopf, ein Jahr darauf ging er in die USA, wo er u.a. in Chicago und Yale Philosophie lehrte und – nicht zuletzt gestützt auf Edmund Husserls Phänomenologie – versuchte, die Sozialwissenschaften auf vernünftige (hermeneutisches) methodische Füße zu stellen. Interessanterweise spielt der Hermeneut ganz im Gegensatz zu Deleuze, Guattari oder Barthes in Poptheorie-Kreisen eine untergeordnete Rolle. Dabei sind Ricoeurs unzählige Arbeiten zum freien Willen, der Sprachphilosophie oder seine Opposition zum Algerien- und Balkankrieg ein reichhaltiges, anregendes Oeuvre, an dem man sich abarbeiten kann.

Der Philosoph Paul Ricoeur ist im Alter von 92 Jahren in Châtenay-Malabry in der Nähe von Paris gestorben. Er war einer der wichtigsten französischen Denker des 20. Jahrhunderts und als Rektor der Sorbonne einer der eisernsten Verfechter der Hochschulreformen Ende der 60er. Dabei geriet er zunehmend zwischen die Fronten der staatlichen Forderungen und diverser revolutionärer Splittergruppen. 1969 schüttete ihm eine Gruppe von Maoisten eine Mülltonne über den Kopf, ein Jahr darauf ging er in die USA, wo er u.a. in Chicago und Yale Philosophie lehrte und – nicht zuletzt gestützt auf Edmund Husserls Phänomenologie – versuchte, die Sozialwissenschaften auf vernünftige (hermeneutisches) methodische Füße zu stellen. Interessanterweise spielt der Hermeneut ganz im Gegensatz zu Deleuze, Guattari oder Barthes in Poptheorie-Kreisen eine untergeordnete Rolle. Dabei sind Ricoeurs unzählige Arbeiten zum freien Willen, der Sprachphilosophie oder seine Opposition zum Algerien- und Balkankrieg ein reichhaltiges, anregendes Oeuvre, an dem man sich abarbeiten kann.

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