Yasiin Bey: Zwangsernährt im Stile Guantanamos

Vor kurzem war Yasiin Bey (ehemals bekannt als Mos Def) noch hierzulande live bei einem Konzert zu erleben, nun sehen wir ihn in einem neuen Video der Menschenrechtsorganisation Reprieve. Für diese lässt sich der Musiker und Schauspieler vor laufender Kamera (anscheinend) eine Zwangsernährung über sich ergehen, die er schließlich unter Tränen abbricht. Gekleidet ist der mit Fußfesseln und Handschellen angekettete und mit Lederriemen an einen Stuhl fixierte Protagonist in einem orangenen Overall – der Gefängniskleidung für »nicht kooperationswillige« Insassen des US Militärgefängnisses Guantanamo (in Abgrenzung zu den weißen Overalls der »Kooperationswilligen«). Anschließend beschreibt er die Prozedur als »unbearable«, unerträglich.

Reprieve, die sich weltweit für die Sicherung der Menschenrechte von Häftlingen, denen die Todesstrafe droht, allgemein sowie für jene in Guantanamo einsetzen, und Bey wollen damit auf die Situation jener in dem US-Lager Einsitzenden aufmerksam machen, die sich seit Februar im Hungerstreik aus Protest gegen die Haftbedingungen und u.a. fehlende Anklagen gegen sie befinden. Diese Streikenden werden täglich zwangsernährt.
Der Aufbau der Demonstration beruht auf einem Vor-Ort-Bericht des Journalisten Jason Leopold für Al Jazeera. Letztere haben vorgestern auch die Schilderungen der Haftbedingungen und der Zwangsernährung durch das ebenfalls streikende al-Qaida-Mitglied Moath al-Alwi, der sich seit 2002 ohne Anklage in Guantanamo befindet, veröffentlicht.

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