Willis Earl Beal: Interview & Stream von Nobody Knows

Er sei so verbissen wie Michael Jordan, sagt Willis Earl Beal im Interview

Er sei so verbissen wie Michael Jordan, sagt Willis Earl Beal im Interview. Sein neues Album Nobody Knows gibt es bereits im Stream.

Der am Freitag erscheinende Langspieler ist der zweite des Chicagoers und dürfte ihm zu einiger Bekanntheit verhelfen. Schon das spröde Debüt Acousmatic Sorcery hatte vor etwas mehr als einem Jahr erste, kleinere Wellen ausgelöst, war u.a. »Album der der Ausgabe« in SPEX. Beim Interview mit Daniel Gerhardt für die aktuelle SPEX-Ausgabe verriet Willis Earl Beal allerdings, dass seine erste große Leidenschaft dem Basketball galt:  »Ich wusste alles über jeden Spieler: Größe, Gewicht, College, Schuhausrüster, Trefferquote. Noch zu Highschool-Zeiten saß ich im Klassenzimmer und dachte über die kommenden Partien meiner eigenen Liga nach. Wahrscheinlich habe ich damals fantasy basketball erfunden.«

Früh, als er mit dem Dichten und Malen begann, wurde einer der Großen des Sports zu seiner Inspirationsquelle: »Ich habe immer Poesie und Musikalität in der Spielweise von Michael Jordan erkannt.«, erinnert sich Beal in einem Amsterdamer Café. »Nicht so sehr in den slam dunks, sondern in der Art, wie er lief und den Ball in der Hand hielt. Er sah beinahe kraftlos aus, aber dann machte er eine elegante Bewegung und erschuf all diese schönen Dinge. Basketball ist heute sehr hässlich, es geht nur noch um Schnelligkeit und Athletik. Michael Jordan aber war ein verdammter Dichter.«

Heute vergleicht sich der Musiker und Sänger sogar mit Jordan, wenn auch nur in Bezug auf seine Manie: »Ich bin ein verbissener Künstler, auch darin bin ich Michael Jordan ähnlich.« Einen entscheidenden Unterschied schiebt der mit seinem stetigen Misstrauen Kämpfe allerdings noch nach, denn: »Im Gegensatz zu ihm beruht meine Verbissenheit nicht auf übermäßigem Siegeswillen, sondern auf Eifersucht, Wut und Angst. Ich fürchte mich eigentlich vor allem.« In dieser Zerrissenheit ähnelt er allerdings wiederum einer anderen Künstlerin: seiner NobodyKnows-Duettpartnerin Chan Marshall alias Cat Power.

Der Artikel »Willis Earl Beal: Nichts ist alles« findet sich SPEX N°347 – aktuell am Kiosk! Nobody Knows gibt es derzeit bei npr.org als Stream. Das Album erscheint am Freitag bei XL Recordings / Beggars. SPEX präsentiert Beals kommende Konzerttermine Ende September, die wir hier gelistet haben.

Jetzt auf SPEX.de weiterlesen: David Lynch über den Einfluss Chicagos auf seine Arbeiten als Musiker oder: jetzt anschauen: das aktuelle Cat-Power-Video zu »Manhattan«.

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