»What the fuck is Putin doing in this video? LOL«: Wie Romano aus der Asche – eine Geschichte in Clips

Es gebe keine Infos, hieß es. Dieser Typ sei aus dem Nichts geschossen. Stimmt ja gar nicht. Romanos Angriff auf das Netz-Universum kam lang und schleichend – Video-Vorzeichen gab es genug. Man muss nur danach suchen.

Zweieinhalb Monate nach dem Viralgang des »Metalkutte«-Clips hat der Eckensteher aus Köpenick nun für ein zweites Filmchen zwischen den Blocks gepost. Diesmal unter verbalem Schnellfeuer-Beschuss: Botox-Fratzen, Kaviar-Fressen und überhaupt alles, was mehr glänzt als seine Goldbomber-Kutte: »Brenn die Bank ab«.

Netzzitat, 16. September 2013: »Dass das Berliner Original so viel möchte, kann man ihm nicht übel nehmen. Letztlich ist das Bedienen vieler Sparten ein modernes Phänomen. Roman Geike aka MC Ramon aka Romano ist wie ein menschgewordener Streamingdienst. Metal und Techno, Rap und Schlager. In der virtuellen Plattensammlung ist auch alles erlaubt.« Und jetzt soll noch mal einer behaupten, dieser Crossover-Coup käme unverhofft. Romano alias Roman Geike, Rapper, Schlagerstar, King von Köpenick hat am vergangenen Freitag mit einem Video sowohl die Server der HipHop– als auch etablierter Metalblogs lahm gelegt. Wieso, weshalb, warum, niemand schien vorher von dem Obelix-Putin-Hybrid in der Goldbomber gehört zu haben.

»Rocking that 49’ers jacket like a don haha«, so einer der Youtube-Kommentare anno 2013 – scharfe Beobachter hatten Geike hinter dem Moniker Cornerboy bereits als heimliches Starlet im damals veröffentlichten Video des Berliner Produzenten und Remixers Siriusmo entlarvt. Eben jener, mit bürgerlichem Namen Moritz Friedrich, zeichnet nun für die Art Direction des »Metalkutte«-Clips verantwortlich. Und noch ein Name in der Making-Of-Liste kommt uns verdächtig bekannt vor. Regisseur Jakob Grunert war nicht nur der Kopf hinter besagtem »Siriusmo – Itchy / Cornerboy«-Video, sondern setzte auch Friedrich Liechtensteins Werbeclip-Smashhit »Supergeil« um. Wir kombinieren: So ein Team baut man sich nicht über Nacht.

Auch Geike himself hat in den vergangenen sechs Jahren durchaus von sich Reden gemacht. Im Ost-Berliner Einkaufszentrum ist er ohnehin ein bunter Hund, als MC Ramon hat er auf dem Melt! gerappt. Dieser Plattenbau-Putin ist keine Kunstfigur. Es gibt ihn wirklich, und seit little Geike als Jungspund George Michaels »I Want Your Sex« vor seiner Grundschulklasse performte, füllt er die Blousonjacke ebenso mit Pathos wie das Rüschenhemd.

Trotzdem: Myspace, Youtube und Konsorten – alle Profile waren auf Null, Geikes Vergangenheit wurde nahezu spurlos gelöscht und seine zukünftige Stoßrichtung durch diesen einen Clip bestimmt: »Metalkutte«. Interviews sind spärlich gesät, Videos existieren als zumeist handkameragedrehte Mitschnitte diverser Liveauftritte aus Prä-MC-Ramon-Zeiten, in denen Geike als Romano auf Bügelfalten statt auf Bomberjacke setzte.

Wieder falsch. Denn in der Brust dieses Don aus der Plattenbausiedlung schlugen seit jeher mindestens zwei Herzen: Playback-Schmachtalarm in der Mall, HipHop-Battles auf mittelgroßen Bühnen – Geike hat genauso alle Sprechgesang-Facetten im Portfolio wie die San-Francisco-49er-Jacke in diversen Farben im Schrank. Was sich jedoch wirklich niemand erklären kann: Wann und wie der Obelix vom Forum Köpenick zu seinem Deal mit Virgin Records gekommen ist und, was folgen wird, wenn diese schwarze Messe gesungen und der SB-Bank-Überfall gelaufen ist. Fakt ist: Der Typ hat Plan. Oder seine PR-Buddys. Emperor, Satanskult, 666 und 1349 – Geike bouncte mit gehörnter Hand. Nun setzt er die Schlitten der Hautevolee in Brand – vielleicht bald auch auf Albumlänge? Bis dahin: Die Romano-Genese in Videos:



1 KOMMENTAR

  1. Was soll das hier sein, Zynalismus? Nennt ihr das journalistische Recherche, wenn ihr ein paar alte Romano Clips aus Youtube zusammensampelt, der jeder Idiot searchen kann? Der Typ hat mehr Energie in den Zöpfen, als ihr in einem Jahr in euer Heft stecken könnt. Alles genial: der Act, die der Sound, die Videos. Mehr Euphorie und Abfahrt wären angebracht!

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