Weltuntergang und Pu-Erh-Tee: Decession Festival in der Volksbühne Berlin

Claire Tolan, Foto: Anastasia Filipovna

Das am 30. April in der Volksbühne Berlin stattfindende Decession Festival spricht gleich mehrere menschliche Wahrnehmungsorgane an und zeigt damit auf, was mit echter Verschmelzung zwischen den kulturellen Disziplinen möglich ist.

Pop, Performance, Bildende Kunst, Video-Ästhetik, Theaterbühne – das Aufeinanderprallen dieser Schlagworte ist nicht gerade ein neues Phänomen. Das wissen auch die Veranstalterinnen des Decession Festivals. Ihnen zufolge geht es bei Kollaborationen solcher Art aber viel zu oft um die gegenseitige Ergänzung, nicht das gemeinsame Erschaffen und die wechselseitige Durchdringung. Welche Früchte solch eine wechselseitige Durchdringung tragen kann, zeigt das angekündigte Programm des Festivals, dessen musikalische Protagonistinnen und Protagonisten allesamt aus der Berliner Elektro-Produzenten-Szene kommen.

So wird James Whipple aka M.E.S.H. mit einer Video-Laser-Livemusik-Performance ein apokalyptisches Weltuntergangsszenario erschaffen, während Lars Holdhus aka TCF zu seiner Installation gut gereiften Pu-Erh-Tee servieren wird. Claire Tolan entführt in die fiktive Welt eines von ihr entwickelten Rollenspiels, bei Bill Kouligas und Spiros Hadjijanos spielen sowohl Opernsängerinnen als auch drahtlose Internet-Kommunikation eine Rolle. Physical Therapy möchte den Geruchssinn ansprechen und Amnesia Scanner die fünfte, multimediale Dimension eröffnen.

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem »Flirt zwischen Pop undTheater« sowie der Frage, ob darin nicht sogar die Zukunft beider Kulturinstitutionen liegt, findet sich in der aktuellen Printausgabe SPEX N° 368. Das Heft ist im Zeitschriftenhandel erhältlich oder hier versandkostenfrei zu bestellen.

Decession Festival
30.04. Berlin – Volksbühne

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