We Are Not The Crowd: 5 Popkultur-Ereignisse, die die Welt verpasst hat, während sie auf die #AppleWatch wartete

Internet, mach‘ mal halblang – unser wöchentliches Plädoyer für Entschleunigung. SPEX tritt auf die Bremse und präsentiert fünf Popkultur-Momente, die die Crowd verpasst hat, weil sie dem Netztrend der Stunde nachhechelte. Diesmal mit der erleichternden Erkenntnis: Es gibt noch ganz andere, die hinterherhinken. Danke Apple, dass du auch der Letzte bist! Und während ihr den Akku ladet, halten diese Meldungen garantiert länger als 18 Stunden.*

#1 Die erste News zum Motto »Komm‘ ich heut‘ nicht, komm‘ ich morgen«: M.I.A. hatte eigentlich die Veröffentlichung des Tracks »All My People« angekündigt und stattdessen diesen hier ins Netz gestellt. Feiern wir trotzdem.

#2 Auch Mumford & Sons brauchten drei Alben, um ihre musikalische Schlagrichtung zu definieren: Der Folk der Stunde ist elektrisch. Die Fans brummen, denn der am 4. Mai erscheinende Longplayer Wilder Mind ist ein vollverstärkter Abgesang auf das Banjotum. Wir zitieren: »Hey, it worked out for Bob Dylan.«

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#3 Lykke Li hat auch erstmal Dampf rausgenommen, nachdem sie im Januar das Gros ihrer Tourtermine wegen Erschöpfung absagen musste: »It’s been a long time coming, but unfortunately tour life has caught up with me and it’s been recommended that I take a break. I’m devastated but I know I will return«. Für mehr als einen Powernap war wohl doch keine Zeit, schon in der vergangenen Woche kehrte die schwedische Musikerin doppelt bild- und stimmgewaltig zurück: Lykke Li ist das neue Gesicht der Luxusmarke Gucci und spendierte für den Schönwetter-Clip zur Spring-Summer-Kollektion nicht nur ihren Song »Just Like A Dream«, sondern übernahm auch direkt die Hauptrolle. On top kollaborierte sie mit Woodkid für den Soundtrack des Films Insurgent. Der gemeinsame Track »Never Let You Down« zirkulierte gestern im Netz – diesmal war leider jemand schneller als das WWW: bis auf Weiteres gibt’s nur den Testbild-Modus.


#4 Das Internet findet scheinbar nie ein Ende, durch selbiges initiierte Fashiontrends schon: Die Halbwertszeit des Normcore betrug nach seiner ersten Erwähnung im New York Magazine exakt zwölf Monate. Nun wurde die meistgegoogelte Modeerscheinung des verstrichenen Jahres von der viralen Fashion-Polizei für tot erklärt: »The spirit of Normcore may live on – socks and slides, baseball caps, washed denim have all become part of the contemporary fashion landscape – but the fashion press’s frenzied response to the movement combined with its lack of genuine substance means that it now sadly looks like one of the meaningless fads that it supposedly defied.« So ein Niemandslook ohne Haltung – sah ja auch irgendwie doppelt nach nix aus.

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Und was macht der verlässlichste unter den Pogo-Treter-Herstellern? Er liefert in der aktuellen Frühjahrskampagne die Mom Jeans für die Füße. Unter dem Slogan »Made By You« haben Lieblingskünstler wie Patti Smith ihre vom ganz normalen Draufgängerleben gezeichneten Stoffis ablichten lassen – quasi Hyper-Normcore.

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Fotos: coverse.com

#5 Noch was Nischiges aus der Sparte »Ist ja nicht schlecht, nur weil’s von Gestern ist«: Es gibt ein neues Signing auf dem Londoner Label des guten Geschmacks Erased Tapes. Dawn of Midi aus Brooklyn gelten längst als Fabrikanten des gelenkten Wahnsinns und werden am 5. Juni das pervers brilliante Ist-analog-klingt-aber-viel-fetter-Album Dysnomia (2013) weltweit herausbringen. Mit »Nix« kann eine Vorabsingle des Post-Free-Jazz-Trios – die ihren Titel ganz und gar nicht verdient – bereits im Netz gehört werden. Im Mai begleitet der Teufels-Dreier Nils Frahm auf Europatour.  

*vollkommen subjektiv und willkürlich zusammengestellt.

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