Was Justice über ihr kontroverses Video zu »Stress« zu sagen haben

JusticeGestern erreichte die Geschichte dann auch die deutsche Presse. Für Spiegel Online berichtete Henning Lohse »aus Paris«, also quasi von der Frontlinie zwischen brandgefährlicher Banlieu und sichergeglaubter Innenstadt, aber doch mindestens von der vor den Türen der 10 rue Ramey, wo Justice’ Label Ed Banger Records seinen Sitz hat. Justice wiederum selbst (bzw. ihr von Romain Gavras produziertes und gedrehtes Video zu »Stress«, wir berichteten) sind der Auslöser der Empörung, die in franösischen Feuilletons und in Blogs weitaus aggressiver formuliert wird, als in Deutschland. Heute sahen sich Justice schließlich dazu genötigt, auf die vielfältige harsche Kritik mit einer Pressemitteilung zu reagieren. Hier erklären uns nun Justice ›exklusiv‹, was sie dem Rest der Welt mit dem Text zu sagen gedenken:
Justice

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Potzblitz! Wer kann einer solch gehaltvollen ›Entschuldigung‹ schon wiederstehen? Aber wie klang das Ganze nun eigentlich im Wortlaut? Zunächst die deutsche Übersetzung unserer Kollegin Elvire von Bardeleben, im Anschluss daran – for your viewing pleasures – das Video ›in question‹!

Die Idee für den Video Clip »Stress« war: einem im Radio unverbreitbaren Titel einen am Fernsehen unverbreitbaren Clip zu schenken. Wir hatten keinerlei Zwänge, denn wir wollten keinen »verbreitbaren« Clip machen, wir haben uns dementsprechend mit diesem Video alle Freiheiten erlaubt. Nicht um zu schockieren, sondern um die Debatte zu eröffnen, Fragen zu stellen, so wie das Kino, die Literatur oder gegenwärtige Kunst es so oft machen.

Mit dieser Freiheit gehen Risiken einher: falsch interpretiert oder selbst instrumentalisiert zu werden.

Wir haben den Clip erst nur einer Website gegeben (die von Kanye West), da wir überzeugt waren, dass er zu lang, zu heftig, zu wenig konsensuel war, und nur außerhalb der konventionellen Schemen existieren könnte. Wir waren uns dessen bewusst, dass der Clip potentiell sehr umstritten sein würde. Aber wir hätten nicht gedacht, dass die Debatte so weit gehen würde, und dass wir uns im Endeffekt solch schweren Themen gegenüber verantworten müssten.

Die massiven Probleme bei der Rückgewinnung des Clips innerhalb weniger Stunden hat uns daran erinnert, wie schwer es heute ist, den Bestimmungsort der Bilder und die Integrität ihres Inhalts zu kontrollieren. Wir haben weder die Absicht noch die Legitimität tiefgehend über soziale Probleme zu sprechen.

Dieser Film wurde nie als eine Stigmatisierung der Vororte, oder als eine Gewaltaufhetzung betrachtet. Und noch weniger, um eine verdeckte Art von rassistischer Botschaft zu vermitteln.
Dieser Clip wurde nie zensiert. Wir haben vom Anfang an die Entscheidung getroffen, alle Fernsehübertragungen zu verweigern, um niemandem mit dem Clip zu konfrontieren.
Wir haben immer dem Zuschauer die Wahl gelassen, dieses Video anzuschauen oder es zu ignorieren. Wir haben nie versucht, seine Gedanken zu beeinflussen, weil wir der Meinung sind, dass dies nicht die Rolle der Kunst und der Unterhaltung ist.

Gaspard & Xavier, JUSTICE«


VIDEO: Justice – Stress

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