Vorspiel für Angel Olsen / Die Outtakes

Foto: Angel Olsen von Christoph Mack

Heute erscheint mit My Woman das dritte Album von Angel Olsen. SPEX traf die Ausnahmekünstlerin, deren Zweitling Burn Your Fire For No Witness einer der Lieblinge der Redaktion 2014 war, zum Vorspiel für die aktuelle SPEX N° 370 – hier sind die spexklusiven Outtakes, die es nicht ins Heft geschafft haben.

Lionlimb
»Domino«
vom Album Shoo (2016)

Das ist Lionlimb, die Band von Joshua Jaeger und Stewart Bronaugh. Beide sind Mitglieder Ihrer Live-Band, man kann sie auch auf Ihrem neuen Album hören. Haben die Mitglieder ihrer Band irgendeinen Einfluss auf die Musik, die Sie machen?
Definitiv, ja. Ich zeige ihnen die Struktur der Songs. Stewarts Klang ist ein ganz spezieller, er hat sich mit der Zeit entwickelt. Er transportiert diesen Klang durch sein Gitarrenspiel in meine Songs, genauso wie Josh seine umfassende Art des Schlagzeugspiels in meine Musik einbringt. Sie haben aber außerhalb »meiner« Musik ihren eigenen Stil entwickelt. Und obwohl wir alle sehr unterschiedlich sind, kann man glaube ich hören, dass wir, während wir an diesem Album arbeiteten, musikalisch zu etwas Neuem verschmolzen sind. Stewart spielt nun mehr Rhodes und Keyboards und ich auch. Wir wachsen alle mehr in diese Musik hinein, jeder auf seine Art. Es ist cool, zu sehen und zu hören, was sie zusammen machen, wenn sie es nicht mir machen müssen. (lacht)


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PJ Harvey
»Cat On The Wall«
vom Album Uh Huh Her (2004)

Die erste Hälfte ihres neuen Albums My Woman hat mich teilweise stark an PJ Harvey erinnert. Ist sie ein Einfluss für Sie gewesen?
Das ist interessant. Ich habe mir PJ Harvey nie so intensiv angehört. Ein paar Songs, ja, aber ich habe mich nie eingehender mit ihr befasst. Nicht, dass ich das aktiv vermieden hätte, es kam nur einfach nie dazu.
Es waren vor allem die rauen Gitarren, die mich an diese Schaffensphase PJ Harveys erinnert haben.
Ja, sie hat aber einen anderen Stimmumfang, singt höher.

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Die Heiterkeit
»Im Zwiespalt«
vom Album Pop & Tod I + II (2016)

Das ist eine deutsche Band, die ich Ihnen zeigen wollte. Es ist eine recht bekannte Frauen-Indie-Pop-Gruppe, die sich die Die Heiterkeit nennt. Ihre Musik ist aber meist weniger heiter, eher abgeklärt bis melancholisch. Ihr aktuelles Album trägt den Titel Pop & TodIn diesem Song geht es um einen Zustand permanenter innerer Zerrissenheit und das Sich-Einrichten und Wohlfühlen in diesem Zustand.
Oh, wow. Das ist ein gutes Thema als Künstlerin, aber generell auch einfach nur als Mensch. Die Leute wollen doch eigentlich angestoßen werden, irgendwas zu tun. Sie wollen etwas erschaffen, statt alles nur so zu lassen, wie es ist. Es wäre schlimm, wenn alles immer gleich bliebe.
Und diese innere Ambivalenz, kann sie…
Sie kann wohltuend sein, aber auch ein Fluch.

 
Das komplette Vorspiel ist in der aktuellen SPEX N° 370 erschienen. Das Heft kann versandkostenfrei online bestellt werden.

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