Vorerst keine Sperrung: YouTube will weiter mit Indies verhandeln

YouTube: Ohne Indies für die Tonne?

Im Streit um seinen neuen Streamingdienst macht Google einen halben Schritt zurück. Die Indie-Labels erhalten derweil weitere Unterstützung.

»YouTube has postponed a controversial plan to block certain record labels from its video platform«, vermeldet die Financial Times, jene Zeitung, in der Robert Kyncl, bei Google zuständig für YouTube, vor einigen Tagen eben diese Sperrung angekündigt hatte. Betroffen wären davon alle Indielabels, die sich derzeit nicht mit Google auf die Konditionen für dessen neuen Streamingdienst einigen können. Wie lange die angedrohte Sperre aufgeschoben wird, und ob sie lediglich einen Ausschluss aus YouTubes Partnerprogramm oder doch gar die komplette Löschung aller Inhalte der fraglichen Labels beinhaltet, bleibt weiterhin unklar. Google will nach der heftigen Kritik nun Zeit gewinnen, um erneut zu verhandeln. Die bislang gültigen Nutzungsverträge für YouTube hatte das Unternehmen allerdings bereits vor Wochen einseitig gekündigt.

Aufgrund von Googles Gebaren hatte die Labelorganisation Impala zuletzt sogar die EU-Kommission eingeschaltet. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia bestätigte daraufhin, dass derzeit Prüfungen des Falls laufen. In dem aktuell gegen den Konzern laufenden Verfahren spiele der Streit allerdings vorerst noch keine Rolle, könnte eventuell aber noch aufgenommen werden.

Die BASCA – die British Academy of Songwriters, Composers and Authors and home of The Ivors –, erklärte sich derweil solidarisch mit Impala und anderen Organisationen wie WIN und AIM. Die von Google vorgeschlagenen Beteiligungssätze seien schlichtweg zu niedrig, heißt es in einem offenen Brief.