Viktor Bodó – Alice-Premiere in Graz, Pizzicato in Berlin

AliceViktor Bodó. Der Name  steht für ein anständig durchgeknalltes Theater. Hausregisseur am Katona Jószef-Theater in Budapest, jener Stadt, in der er vor knapp 30 Jahren geboren wurde, macht er seit zwei, drei Jahren die Runde über die wagemutigeren Bühnen Europas. Im Schauspiel Frankfurt inszenierte er vor eineinhalb Jahren »Gehacktundverschwunden« frei nach Kafkas »Prozess«, im Haus der Berliner Festspiele gastierte Bodo im vergangenen Sommer mit »Schock«, einem selbst entwickelten Stück über die Lebenswirklichkeit an der ungarisch-ukrainischen Grenze.
Dabei ist Realismus das Letzte, was Bodos Arbeiten ausmachen würde: Jegliche Logik wird auf den Kopf gestellt; das Theater wird Verwandlungsmaschinerie. Billige Effekte wie etwa mechanische  Windmaschinen liebt Bodó ebenso ebenso wie Mutationen, Slapstick-Einlagen und Radiohead-Coverversionen (die dann von einer kompletten Band gespielt werden). Insofern schüttele ich beinahe verwundert meinen Kopf angesichts der Nachricht, wonach der Regisseur sich nun zum ersten Mal an Lewis Carrolls »Alice« wagt. Denn mir ist so, als hätte der Schriftsteller diese Geschichtensammlung im Jahr 1865 eigens für Bodó verföffentlicht. Premiere ist Freitag, den 16.09. im Schauspielhaus Graz. Am Montag, den 19.11. schließlich gibt es eine weitere Aufführung des komplett surrealistischen Stücks »Pizzicato« am Deutschen Theater in Berlin. Bodó hat das Stück selbst geschrieben. Es beginnt damit, dass ein junger Mann in einer Wohnung irgendwo in Mitte verflucht wird.

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