Dinner „Un-American Woman“ / Videopremiere und Tour

Foto: Mette Hersoug

Ein Plädoyer gegen Stagnation und Zuschreibungen: Der dänische Produzent und Musiker Dinner kündigt nach seiner Debüt-LP Psychic Lovers nun sein neues Album an, dessen Name Programm sein soll: New Work erscheint im Herbst. Eine exklusiv für SPEX entstandene Version des Videos zur Single „Un-American Woman“ gibt es schon heute zu sehen.

Mit New Work hat sich für Anders Rhedin alias Dinner eine Menge geändert: Mit der Rückbesinnung auf das Vergangene geht Dinner zurück zu den Zeiten, als er in Kopenhagen noch seine eigenen Kassetten veröffentlichte. Unmengen an Zeit verbrachte er mit der Produktion seines Vorgängeralbums Psychic Lovers, über ein halbes Jahr zog sich der Däne durch das obszessive Anstarren seines Computerbildshirms jene Quadrataugen, vor denen technologiescheue Eltern in den Neunzigern noch ihre Kinder warnten.

Und jetzt? Eine Art écriture automatique würden die Surrealisten seine Arbeitsweise auf dem neuen Album New Work wohl nennen. Dinner setzt auf unzensierte Gedanken und freie Sinne, er vertraut seinem eigenen Flow – und seinem alten Vier-Spur-Rekorder aus den Achtzigerjahren. Den hat Rhedin nämlich für New Work wieder zum Leben erweckt. So auch beim Song „Un-American Woman“, dessen Video aus den Händen von Lily X Wahrman heute auf SPEX Premiere feiert.

Mit „Un-American Woman“ beweist Dinner: Seine Vielschichtigkeit nährt sich vor allem an der Direktheit seines Sounds. Der eine mag New Order, der andere The Smiths heraushören – die Assoziationskette ist gewiss lang und bunt. Konkreten Zuschreibungen verweigert sich Dinner damit gekonnt. Emblematisch dafür entzieht er sich im Video zu „Un-American Woman“ auch einer Festlegung auf einen konkreten Ort: Dinner ziert amerikanische Highways und andere Nicht-Orte, bis er nach seinen Zwischenstopps auf Parkplätzen und den Steppen Kaliforniens letztlich irgendwo inmitten von Ausdruckstanz und Hausparty strandet. 

 

New Work erscheint am 8. September.

SPEX präsentiert Dinner live
29.11. Köln – Acephale
30.11. München – Orangehouse
02.12. Winterthur, CH – Albani Club
05.12. Heidelberg – Karlstorbahnhof
06.12. Berlin – Auster Club
07.12. Hamburg – Nochtwache

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