Der Fratzenmann: Exklusiv-Premiere des neuen Deerhoof-Videos »Exit Only«

Tobsüchtig: Schauspieler Michael Shannon liefert im neuen Deerhoof-Video »Exit Only« das Mimenspiel zur instrumentalen Fratzenschneiderei der US-Musiker.

Deerhoof, das hieß lange Zeit Deerhoof. Davor kam wenig, danach kam nichts. Die Band aus San Francisco stand allein auf weiter Flur. Wer John Dieterich, Ed Rodriguez, Satomi Matsuzaki und Greg Saunier musikalisch auf die Pelle rückte, wurde mit Killer-Riffs aus dem Weg geräumt, der Konkurrenz flogen Drumsticks um die Ohren, und ein Percussionsturm erledigte den Rest. So weit, so progressiv.

Heute toben die Revierkämpfe: St. Vincent, Flaming Lips, Dirty Projectors – es wird hart gestritten um den Thron im Palast des bunt-brüchigen Art-Rock. Doch auch wenn die Tracks des US-Quartetts allzu oft nach struggle klingen, Ellenbogen sind nicht Deerhoofs Instrument. Eine goldene Nase haben sie sich in 20 Jahren Bandgeschichte ohnehin nie vedient, diese Gruppe gewann stets auf ihre Weise. »We are just fine without your promises« – was Matsuzaki in »Black Pitch«, dem vorletzten der zehn Tracks des gerade via Altin Village & Mine erschienenen Albums »La Isla Bonita« schiefsingt, darf als Credo der letzten zwei Deerhoof-Dekaden begriffen werden.

Deerhoof by Chad Kamenshine

Beständig sucht die Band nach dem Apfel im Paradies. Und beständig wird sie fündig. Irgendwas ist immer faul. Auch das Video zu »Exit Only«, gedreht von Vice Cooler (Peaches, Lee Ranaldo, EMA), ist irgendwie schräg. Matsuzakis Gesang klingt einmal mehr zu brav, um wahr zu sein, während die Vier- und Sechssaiter – und Schauspieler Michael Shannon (brilliant!) – fiese Fratzen schneiden.

Tracklist La Isla Bonita:

1.) Paradise Girls
2.) Mirror Monster
3.) Doom
4.) Last Fad
5.) Tiny Bubbles
6.) Exit Only
7.) Big House Waltz
8.) God 2
9.) Black Pitch
10.) Oh Bummer

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