In der Nacktheit liegt die Kraft: Video-Premiere Circuit des Yeux »Do The Dishes«

Achtung, Fleisch! Haley Fohr ist eine Frau, die singt wie ein Mann. Und als Circuit des Yeux klar stellt, dass das verdammt nochmal keine Rolle spielt.

Die Musik der Chicagoerin wirkt so unterschwellig wie direkt. Ton und Text sind verstörend, entstehen in der Einöde und drehen sich um alles, außer die Einöde. Die Welt ist Fohrs Spielwiese – ein Playground, auf dem man Spaß vergebens sucht. Fohr schaukelt gerne einsam. Weil sie Gesellschaft scheut, nahm sie ihr Debütalbum als Eremitin auf. Overdue wurde 2013 auf eigene Faust veröffentlicht.

Haley Fohr ist keine Menschenfeindin, sie sucht nur gern die Leute aus, mit denen sie spielt. Das hat sich gelohnt, ist das am 22. Mai via Thrill Jockey erscheinende In Plain Speech ein Gemeinschaftswerk der Güteklasse A – wie Avantgarde. Circuit des Yeux kollaboriert mit Chicagos progressivsten Musikern und Musikerinnen: Whitney Johnson, Cooper Crain, Kathleen Baird. Und aus dem Off spricht sie direkter mit uns – den Frauen – als je zuvor. Ihre Adresse heißt You, ihre Message We.

»Do The Dishes« ist kein Protest-, sondern ein Power-Song, der Mut einimpft und unverdünnt ins Blut geht: »It is a message to others to take the risk, follow their passions deeply and to love themselves.  The video is an attempt to vacillate between the perceived and realistic imagery of what is a woman.  It is a response to the representation that has been falsely constructed through our society.  Here we expand on what a woman is, and what a woman feels by exploring mundanity, isolation, perseverance, & self love, through a suburban dweller, and her day-to-day life.«

Circuit des Yeux live (Support von Jenny Hval)
20.06. Köln – Stadtgarten
22.06. Berlin – Kantine am Berghain
23.06. Hamburg – Kampnagel

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