Unverdünnt ins Blut: Videopremiere Circuit des Yeux »Fantasize The Scene«

Haley Fohr trägt bei Live-Auftritten die Haare vorm Gesicht. Sie will nicht gesehen, sondern gehört werden.

»Fantasize The Scene« ist ein leiser Schrei, es ist das Schlüsselstück eines Albums, das schon dem Titel nach uneingeschränkte Aufmerksamkeit fordert. Seine Macherin Haley Fohr alias Circuit Des Yeux hat wahrscheinlich eher Gitarre als mit Freunden gespielt. Bislang war sie allein auf Tour, hat allein komponiert, ihren Acid-Folk allein aufgenommen – und sich dabei nie einsam gefühlt. Bis zu diesem Auftritt beim Hopscotch Festival im Herbst des vergangenen Jahres, der sie feststellen ließ, dass sie allein nicht mehr genug ist.

Am 26. September veröffentlichte Fohr das komplette Live-Set, ihren persönlichen brainwash, auf ihrem Blog. Samt eines Kommentars, der als Quintessenz des aktuellen Albums In Plain Speech gelesen werden darf: »I feel like I am a woman and her guitar against the world. To those people who scream over my set, mimic the sound of my voice, or chant a headliner’s name while I am trying to say something, I hear you and it effects me.«

In Plain Speech, erschienen auf Thrill Jockey, ist Fohrs Abkehr vom Eremitinnentum. Und es ist ihr mit Abstand größtes Album: experimentell, wütend, stark geht es unverdünnt ins Blut – unmöglich zu überhören.

Circuit des Yeux live (mit Jenny Hval)
23.06. Hamburg – Kampnagel

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