Unser aller Schuld: Anohni kommt nach Deutschland

Foto: Mathieu César

Vor dem offiziellen Weltuntergang bittet Anohni live um die eigene Vernichtung. 

»Ich war es leid, nur mit Trauerflor über bestimmte Dinge zu singen. Die Wut hat mich aufgerüttelt«, gibt Anohni, vormals Antony oder die große Leidensfigur unserer Tage, über ihr neues Album zu Protokoll. Der Titel führt einigermaßen in die Irre. Hopelessness ist mehr Agenda als Album, der Auftrag: Wachrütteln. Und es ist gerade deswegen eine der hoffnungsvollsten Platten des Frühlings.

Was nicht über die Tatsachen hinweg täuschen soll. Natürlich, die Lage ist rundum beschissen: Der amerikanische Traum? Ausgeträumt. Anohni weckt uns mit Mohawke-Fanfaren, der offensiven Aufforderung zum Tanz – und mit unerwartetem Promi-Bonus wie im aktuellen Video zu »Drone Bomb Me«. Schenkt man dem Orakel-Model Glauben, ist es mit dem Weltuntergang nicht weit hin. Bis Ende Juni sollten wir die Apokalypse zu verhindern wissen – wir wollen vorher noch das Konzert unseres Lebens mitnehmen.

Anohni live
28. 06. Berlin – Tempodrom
29. 06. Köln – E-Werk
Karten gibt es ab jetzt via Ticketmaster.

Eine Titelgeschichte über Anohni, für die wir die Künstlerin in Paris besuchten, ist in der aktuellen Printausgabe SPEX N° 368 erschienen. Das Heft kann hier versandkostenfrei bestellt oder im Zeitschriftenhandel gekauft werden.

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