Ungesehen. Ungehört. Unmöglich? Interview mit Programmkoordinatorin Kim Busch zum 61. DOK Filmfestival / Ticketverlosung

Credit: Rahel Metzner

Das Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm findet vom 29. Oktober bis zum 04. November in Leipzig statt – zum 61. Mal. Dass dem Festival trotzdem bis heute keine grauen Haare gewachsen sind, hat es unter anderem der Programmdirektion zu verdanken, die Jahr für Jahr die Vision eines egalitären Festivals mit möglichst weitem An- und Aufgebot ein Stück weit zur Realität macht. SPEX sprach mit der Programmdirektorin Kim Busch über diese Vision, Maßnahmen zur weiteren Realisierung dieser und über Leipzig als Festivalstandort und verlost obendrein Tickets. 

Leipzig, unendliche Weiten: In der öffentlichen Wahrnehmung hat die Stadt im Osten Deutschlands immer noch häufig mit einem konservativen Image zu kämpfen, mit dem der grauen Maus des deutschen Kulturgeschehens. Jahr für Jahr möchte das Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm das Gegenteil beweisen. Wie? Mit möglichst weitreichendem Programm, das „informieren und engagieren soll“, wie Programmdirektorin Kim Busch sagt.

Als Motto der diesjährigen Ausgabe des Festivals wurde der Imperativ Demand The Impossible auserkoren. Nicht nur in der zeitgemäßen Repräsentation queerer Themen und der Beschäftigung mit unterdrückten Bevölkerungsgruppen, solle dies zum Leitfaden werden. Auch Leipzig habe „in seiner 61-jährigen Festivalgeschichte als eines der wenigen international agierenden kulturellen Institutionen in der DDR immer wieder das Unmögliche gefordert.“

Still: Meeting Gorbachev (Werner Herzog, Eröffnungsfilm DOK)

Als Symbol für die „Rolle Leipzigs als Stadt der friedlichen Revolution und des Fortschritts“ sieht Kim Busch im DOK nicht nur Relevanz für die regionale Entwicklung, sondern das Festival auch als Vorreiter und Pionier in der Progressivierung der deutschen Filmszene. Als „erstes Festival dieser Größe“ möchte das DOK Leipzig mit der Einführung einer Frauenquote „andere Festivals und kulturelle Einrichtungen ermutigen und inspirieren, auch diesen Schritt zu tun“, sagt Busch. Eine Frauenquote wird dieses Jahr erstmals dafür sorgen, dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Regisseuren und Regisseurinnen besteht.

Im diesjährigen Länderfokus steht Litauen und damit verbunden eine besonders politische Sonderfilmreihe. Kim Busch beschreibt die litauische Filmsprache als „poetisch und unterschwellig subversiv“, betont dabei die Notwendigkeit und Zeitgemäßheit dieser. Sie sei „ein Ausdruck von innerer Freiheit in Zeiten der Unterdrückung“ gewesen und habe „diese Qualität bis heute beibehalten“. Aus dem frontenlosen Kampf gegen den Machthegemon UdSSR lässt sich die liberalisierende Wirkung des Films ableiten, die er noch heute auf die institutionell eingeschränkte kreative Freiheit politischer Künstler_innen hat.

Schluss also mit dem Image einer rückwärtsgewandten Metropole, hin zum progressiven Image einer Stadt, die sich trotz widriger Umstände zur Welt- und Kulturstadt entwickelt hat. Kim Busch beruhigt: „Unser Festivalpublikum ist vergleichsweise jung und zeigt sich oft sehr engagiert und informiert.“ Na dann, nichts wie hin.

61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
29.10. – 04.11. Leipzig

#FemalePleasure ist einer der zahlreichen Filme im Programm des DOK Leipzig, die patriarchale und ungleiche Strukturen in Frage stellen.

Für weitere Informationen zum Programm des DOK Leipzig besuchen Sie bitte die festivaleigene Website.
SPEX verlost 2×2 Tickets, die Sie an den Ticketkassen für Filme Ihrer Wahl eintauschen können. Um teilzunehmen, senden Sie bitte eine E-Mail mit Ihrem Namen und dem Betreff „DOK Leipzig 2018“ an gewinnen@spex.de. Wir wünschen viel Erfolg!

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