Schieben immer noch Überstunden im Studio und auf der Bühne: Underworld. Nun kommt das Duo für zwei Termine nach Deutschland – SPEX präsentiert.

Schlüpfrig geboren, erfolgreich geworden und immer noch dabei: Underworld zeigen auch nach über vierzig Jahren kaum Ermüdungserscheinungen und stattdessen umso mehr Enthusiasmus. Mit ihrer Drift-Serie haben Karl Hyde und Rick Smith im letzten Jahr sogar ein Projekt initiiert, das selbst vorige Herkulesaufgaben wie Riverrun aus den Jahren 2005 und 2006 in den Schatten stellte. Auf stolze sieben CDs (ja, die gibt es auch noch) erstreckte sich der Zyklus, der ursprünglich in fünf Wellen digital veröffentlicht wurde. Dafür arbeiteten Underworld unter anderem mit Boller-Techno-Maestro Ø [Phase] und den Impro-Oz-Jazz-Helden von The Necks zusammen. Das allein verdeutlicht die musikalische Stilbreite, die Drift im Einzelnen und Underworld in ihrer fünften Dekade prägt.

Underworld by Rob Baker Ashton 2020
Abhängen? Abliefern! – Underworld (Foto: Rob Baker Ashton)

Wenn die beiden nun auf Tour gehen und dabei im März auch in Köln und Berlin Halt machen, lässt sich die Megalomanie eines solchen Unterfangens nur schlecht auf der Bühne abbilden. Und das wollen Underworld wohl offenkundig auch nicht. Denn wo unten mit ein paar Lagerlagerlagerlagers angestoßen wird, muss oben auch das mega mega white thing ablaufen. Live zehren Hyde und Smith weiterhin aus ihrem nicht gerade kleinen Backkatalog, der irgendwo zwischen Post-Punk-Sensibilitäten und Techno-Exzess genauso viele Moshpit-Anreize wie Entgrenzungsmöglichkeiten anbietet. Bloß nicht verpassen, heißt das. Sondern mitdriften, bis ans Ende der Genres.

Weitere Infos und Tickets gibt es hier.

SPEX präsentiert Underworld
19.3. Köln – Palladium
21.3. Berlin – Tempodrom