Track-Premiere: Sekuoia »Somewhere«

Klauen ist Kunst: Sekuoia spickt bei Flora und Fauna, HipHop und Ambient. Und kopiert jetzt auch noch die Akten im eigenen Track-Archiv – verdammt cleverer Schachzug.

Zunächst die nüchternen Fakten: Patrick Alexander Bech-Madsen ist ein dänischer Produzent. Er ist jung. Er ist talentiert. Das sollte spätestens seit der Veröffentlichung des Tracks »Waves« im vergangenen Jahr jeder mit Gold Panda-Platte im Schrank geschnallt haben. Der ganz gewiefte Rezipient hat überdies längst bemerkt: Patrick Alexander Bech-Madsen ist ein Trickser, ein Imitator, ein dreister Dieb oder akribischer Sammler – je nachdem, ob man seine musikalische Abkupferei bei Mutter Natur mit Bewunderung oder Argwohn beäugt.

Whatever. Sekuoia, so das Alias des 22-Jährigen, der bis dato genug Flora- und Fauna-Inspirationen für zwei EPs zusammengklaubt und in grazil dahinmäandernde bis stürmisch wogende Electronica-Ambient-Hörspiele umgemünzt hat, darf gern weiter stibitzen. Denn wenn synthetisch erzeugte Windböen einem dermaßen dezent die Frisur verwuscheln und Youth Lagoon-artig modulierte Wellen so Erfrischendes heranspülen, kann die Copy-Modify-Paste-Strategie keine schlechte sein. Im Gegenteil, bei der exklusiv auf spex.de premierten Single »Somewhere« von der Anfang März erscheinenden EP Reset Heart (Humming Records) setzt Sekuoia noch einen drauf. Sie ist quasi die Kopie von der Kopie: »I just finished the first demo of »Waves«. I used the same dusty sound from my old Spanish guitar. I enjoyed that sound so deeply, so I tried to resample it.« Und dass das Abziehbild beinah besser ist als sein Original, muss auch erstmal einer nachmachen.

Spex präsentiert Sekuoia live:
14.05. Berlin – Berghain Kantine

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