Torstraßenfestival 2014 in Berlin, ein Ausblick

Raffiniert sezierende Pop-Dramen: Yohuna spielt in diesem Jahr auch auf dem Festival   Foto: Brian Vu

Mit dem Torstraßenfestival findet am Samstag wieder eines der spannendsten Newcomer-Festivals der Republik in Berlin statt.

Eine Straße voller Musik: Rund um die Ader von Berlin-Mitte, von der Waldo Bar über St. Oberholz, die Gaststätte W. Prassnik, das Kaffee Burger etc. pp. bis hin zum Grünen Salon, wird das vierte Torstraßenfestival ausgerichtet. Ein Blick ins Programm. Wo soll man anfangen? Packen wir die vielen Höhepunkt einfach alphabetisch sortiert in einen Satz. Komma olé!

Alexander Geist ist ein Entertainer alter Schule mit frischer Grandezza, Namensvetter Alexander Winkelmann gibt als Dozent auf dem »Happy Hippo Campus« Einblicke in einen ausufernden genial-schrägen Pop-Kosmos allerneuester Prägung, Banque Allemande gehören mit Willst Du Chinese sein, musst Du die ekligen Sachen essen in jeden gut sortierten und Gitarren-fokussierten Plattenschrank, das Düsterlabel Blackest Ever Black legt auf, Chris Imler präsentiert sein Schotter-Splatter-Solo-Debüt, Islaja ist Finnlands angenehm verschrobener Folk-Export, Lambert entführt das Piano aus seiner Kammer, Pan-Produzent M.E.S.H. ist eine der smartesten Entdeckungen des Jahres, Miss M.E. überzeugte bereits auf 20-Mann-Konzerten mit enigmatischen Flüssigkristallpop, der hochgeschätzte Momus ist sicherlich kein Newcomer mehr, dafür aber sein Auftritt der Coup dieses Festivals, die stilvolle Boy-Group Oum Shatt hat Slogans wie »Power to the women of the morning shift!« im Programm, Perera Elsewhere führt ein in tiefenwirkende ätherische Klangwelten, Physical Therapy – seines Zeichens DJ für etwa Mykki Blanco und Labelboss bei Allergy Season – legt auf, Will Samson lässt die leisen Töne knistern, die Wahlberlinerin Yohuna (Foto) überrascht mit raffiniert sezierenden Pop-Dramen, und das Rap-Duo grim104 und Testo führt uns Zugezogen Maskulin die nicht vorhandene Schönheit unseres Landes vor.

War das Format jetzt leserunfreundlich? Unter Umständen. Ganz leserfreundlich hingegen der schmale Preis für all diese Gelegenheiten: 13 Euro im Vorverkauf, 15 an den Tageskassen. Das gesamte Programm findet sich hier.

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