Jan Müller (l.) und Dirk von Lowtzow, Radioabgesandte der Gruppe Tocotronic   FOTO: Sabine Reitmeier

»Irgendwie schön für das Gehirn.« Im SPEX-Vorspiel on Air sprachen Tocotronic u.a. über das Heino-Cover von »Kapitulation«. Nun gibt es endlich die komplette Sendung – mit weiteren O-Tönen von Lady Gaga & Darkside – im Stream.

»Das haben wir selber aus der Presse erfahren, denn von so etwas wird man nicht in Kenntnis gesetzt.«, erzählte Dirk von Lowtzow, der gemeinsam mit Jan Müller zu SPEX in das Studio von RBMA Radio Berlin gekommen war. Man sei belustig gewesen, vor allem aber von der Songwahl überrascht, so der Tocotronic-Sänger: »›Kapitulation‹ ist gerade interessant, weil es eine sehr starke Schere gibt zwischen dem sehr eingängigen Pop-Tune und dem sehr bedrückenden Text mit seiner überraschenden Wendung.«

Jan Müller erinnerte an den möglichen Auslöser der Interpretation, ein Interview, in dem von Lowtzow behauptet hatte, Tocotronic wären eben nicht bierzelttauglich und würden deshalb nicht von Heino gecovert. »Dirk forderte ihn damals aber gleichzeitig dazu auf. Das dann in die Tat umzusetzen, ist schon lustig von Heino.« Der Song selbst knüpfe für ihn aber auch an eine »gewisse Tragik im Schlager« an.

Von Lowtzow vermutete wiederum das Management hinter dem Cover, gerade wegen der besonderen Stellung Tocotronics innerhalb aller gecoverten Bands: »Eine Gruppe wie Rammstein, Die Ärzte oder Die Toten Hosen sind dem Heino-Hörer-Kosmos bestimmt zumindest ein Begriff, während dort wohl niemand von Tocotronic gehört hat.« Da sei das Lied das natürlich denkbar passendste. »Es ist schön für das Gehirn und es macht Spaß, darüber nachzudenken.«, fasste er abschließend zusammen. »Ob es das auch für die Ohren ist, wird sich zeigen.«

Das gesamte Vorspiel sowie die weiteren Teile der Sendung mit O-Tönen von Lady Gaga und Darkside sind nebst der vorangegangen SPEX-Sendung im RBMA Radio Berlin, während der u.a. Sandra und Kerstin Grether mit SPEX über die Magazinhistorie und Stephan Urbach über Die Goldenen Zitronen sprachen, nachfolgend komplett im Stream zu hören. Die zwei vorherigen SPEX-Sendungen finden sich ebenfalls noch im Archiv.