A Sculpture of The XX

»Es wird eine Gegenreaktion zu YouTube geben«, konstatierte Sasha Nixon von der britischen Produktionsfirma Partizan im vergangenen Jahr. Die Hochzeiten der Musikvideos sind vorbei, zumindest die der fetten Budgets. Mittlerweile kämpft eine Vielzahl von professionellen Regisseuren, Produktionsteams und andererseits Amateuren um die bei den Plattenfirmen immer schmaler werdenden Budgets für Videoclips, die sich trotz den wachsenden Erfolgen von iTunes und anderen Plattformen immer noch nicht wirtschaftlich rechnen.

    Die für ihre Werbe-, Spielfilm- und Musikvideoarbeiten äußerst renommierte Londoner Agentur Partizan reagierte auf diese Entwicklung – und arbeitete mit ihrem Regisseur Saam Farahmand (Simian Mobile Disco, These New Puritans, Hercules And Love Affair, Soulwax) an dem neuen Format des nicht-digitalisierbaren Musikvideos. Das erste Ausstellungsstück dieser Art wird nun ab Donnerstag in London gezeigt, es handelt sich um die Visualisierung von »xx«, dem durchaus überraschenden Album der fabelhaften britischen Neogazer The XX.

    In den Ausstellungsräumen der Vinyl Factory nahe der Oxford Street wird eine dreidimensionale, physische Interpretation von »xx« zu sehen sein: Speziell entwickelte Projektoren werden eine begehbare Installation der Band bzw. ihrer Musik abbilden, dabei betont der durchführende Regisseur Saam Farahmand, es handele sich weniger um bildende Kunst, sondern um ein physisches Musikvideo. Der dahinterstehende Gedanke ist einerseits eine Limitierung des ›Produktkonsums‹ auf einen verhältnismäßig knappen Zeitraum sowie einen vorgegebenen Raum, andererseits die Einschränkung des ›sharings‹: »xx: a sculpture of the album« kann man im Internet weder komprimieren, streamen, verschicken oder abschalten – es handelt sich eben nicht um ein zweidimensionales Flash-Objekt, das bei Bedarf von einem Server heruntergeladen werden wird.

     »Werbestrategien ändern sich stetig, nur im Musikbereich findet diese Entwicklung nicht statt«, sagte Sasha Nixon im selben Interview. Mit der neuen hauseigenen Entwicklung wolle man eine Brücke in die erlebbare digitale Welt schlagen, bis man im Haushalt die längst aus Filmen wie »Star Wars« bekannten 3D-Projektoren so selbstverständlich nutze, wie heutzutage YouTube. »xx: A Sculpture of the Album« wird am 7. Januar eröffnet und kann vom 8. bis 12. Januar in der Vinyl Factory London kostenlos besucht werden.

    Und in anderen XX-Meldungen: Ihre in Kürze anstehende Deutschland-Tour geht erneut schwer auf ausverkauft zu, Restkarten für u.a. den Mitternachtsttermin in Berlin sind im Vorverkauf erhältlich. Am 25. Januar erscheint ihre neue Single »VCR«, die gemeinsam mit einem Matthew-Dear-Remix veröffentlicht wird. Dazu können Besucher der xx-Skulptur im angeschlossenen Phonica-Plattenladen eine auf 500 Exemplare limitierte Edition von »xx« als Gatefold-12"-Vinyl erstehen, der außerdem die »VCR«-Single samt Dear-Reamix als 12"-Vinyl sowie drei Drucke der XX-Mitglieder Oliver Sim, Romy Madley Croft und Jamie Smith samt Unterschriften beiliegt.

 


STREAM: The XX – Basic Space (Mount Kimbie Remix)

xx: A Sculpture of the Album:
08.-12.01. London – The Vinyl Factory (51 Poland Street, London W1F)

The XX Live:
11.01. Stuttgart – Longhorn
12.01. Hamburg – Fabrik (verlegt aus dem Grünspan)
13.01. Frankfurt – Batschkapp
22.01. Berlin – Astra (ausverkauft)
22.01. Berlin – Astra (Mitternachtsshow, Einlass ab 23 Uhr)
25.02. München – Backstage Werk
27.02. Köln – Essigfabrik

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