The Wombats Glitterbug

The Wombats verabschieden sich auf Glitterbug weiter konsequent von ihrem Ursprungssound.

Von all den UK-Indie-Bands, die im Nachgang des Erfolgs von Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, Bloc Party & Co. in der zweiten Hälfte der Nullerjahre an die Oberfläche gespült wurden, haben sich die Wombats am konsequentesten von ihrem ursprünglichen Sound entfernt. Bereits auf dem zweiten Werk This Modern Glitch (2011) hatte die Band ihren Indie-Rock um Ibiza-Signale und 80s-Synths ergänzt und solchermaßen Mainstream-optimiert den Durchbruch geschafft. Auf Glitterbug wird dieser Weg konsequent weiterverfolgt. So entsteht eine Musik-Konzept-Schere, denn es handelt sich bei dem Album um eine Abhandlung über die künstliche Leere von Los Angeles. Sänger Matthew Murphy hat sich in die Stadt verliebt und verbringt viel Zeit in Kalifornien, wo er am roten Faden des Albums arbeitete: an der fiktionalen Liebesgeschichte einer jungen Frau, die unter der Einsamkeit und Oberflächlichkeit der Metropole leidet.

Diese Geschichte wird in bombastische Fanfaren und Keyboard-Pomp gekleidet. »Your Body Is A Weapon« und »Greek Tragedy« erinnern an die Schmock-Produktionen von Michael Cretu, »Isabel« findet ruhigere Töne, »The English Summer« ist eine jener Indie-Hymnen, für die die Wombats ursprünglich standen. Bisweilen wird der handwerkliche Aspekt überbetont. Die Bandmitglieder lernten sich an Paul McCartneys Liverpool Institute for Performing Arts kennen, ihre Musik ist entsprechend mustergültig komponiert und arrangiert, den Rest besorgte Produzent Mark Crew (Bastille). So klingt das Album genau so inhaltsleer und plastisch wie die Stadt, um die es geht, dem Ruf nach ist. Womöglich ein künstlerischer Kniff.

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