Indie-Pop-Messdiener aus Down Under: SPEX präsentiert The Stroppies.

Windschiefe Harmoniegesänge, leiernde Orgelsounds und dünne, kratzige Gitarren: Der Sound von The Stroppies scheint direkt aus Indie-Pop-Heaven zu schallen. Dieses Indie-Pop-Heaven ist derzeit in Süd-Australien zu finden, genauer gesagt in Melbourne. Dort tummeln sich einige Bands, die die Ästhetik von Schrammel-Schutzheiligen wie The Chills und anderen Gruppen des legendären neuseeländischen Labels Flying Nun hoch halten. Seien es nun Rolling Blackouts Coastal Fever oder eben The Stroppies, die Kiwi-Pop-Welle hat Down Under erfasst.

The Stroppies SPEX
Haben die Bedeutsamkeit von Cat Content erkannt: The Stroppies (Foto: Naomi Lee Beveridge).

Das Quartett, bestehend aus Claudia Serfaty, Gus Lord, Rory Heane und Adam Hewitt, betreiben aber mehr als bloßen Götzen-Kult. Sie erzählen ihre eigenen Geschichten vom Aufwachsen und mehr oder weniger gescheiterten Beziehungen, gepaart mit skurrilen Alltagsbeobachtungen, die ihre Vorbilder sicher vergnügt abnicken würden.

Öfters in die Slacker-Schublade eingeordnet, wehren sich The Stroppies schon bei den Aufnahmen zu ihrem Debütalbum Whoosh gegen dieses Label. Das Grundgerüst der Platte musste wegen knappem Budget innerhalb von zwei Tagen im Studio eingeprügelt werden, aber fertig waren die Musiker_innen noch lange nicht. Über mehrere Wochen tüftelte die Band am Feinschliff herum, bis sie sich  im harten Arbeitseifer fast selbst verloren hat.

Aber das bisschen Strebertum hat sich gelohnt. Whoosh braust genau so ono­ma­to­po­e­tisch durch die Gehörgänge, wie der Albumtitel es vermuten lässt. Man darf also gespannt sein, wie rauschhaft die Live-Performance der Indie-Pop-Messdiener auf deren kommender Tour sein wird – zumal das Quartett mit It’s a Hit eine neue EP im Gepäck hat.

SPEX präsentiert The Stroppies (live)
21.09. Berlin – Internet Explorer
22.09. Offenbach – Hafen 2
23.09. Dresden – Ostpol
24.09. Schorndorf – Manufaktur