The Kills »Ash & Ice« / Review

Annehmbar. Vielleicht ein wenig alt.

One two three o’clock, four o’clock rock, five six seven o’clock, we gonna rock around the clock tonight. Ladies and Gentlemen, welcome to the stage: die wunderbar unkonventionelle Rock-Gruppe The Kills, nicht zu verwechseln mit The Killers oder Killl, ein englisch-amerikanisches Paar, nicht im sexuellen Sinne, obwohl, man weiß ja nie, aber wenn, dann doch eine recht offene Beziehung, weil, wie Sie vielleicht wissen, ist Mr. Kill mit Kate Moss verheiratet, was Ms. Kill erst nur so geht so fand und sich deshalb einst weigerte, Kate mit auf die Bühne zu lassen, aber auch das hat die Band nicht gekillt, yeah!

Anyway – here they go again, neue Platte, neues Glück, und diesmal sind sie richtig durch die Scheiße gegangen, denn Jamie Hince hat sich einen Finger gebrochen! Kein Grund zu lachen, der Mann ist Gitarrist, und wer die Story hört, fühlt den Schmerz: Erst verlor er wegen Ärztepfusch eine Sehne, dann musste er noch fünfmal unters Messer und schließlich trotzdem lernen, mit einem Finger weniger zu spielen. But hey – wenn der Drummer der lächerlichen Plastik-Metal-Band Def Leppard mit einem Arm spielen kann, was kann dann ein echter Rocker in der Tradition von Bauhaus, Barnett Newman und Jon Spencer? Weniger ist mehr, Ladies and Gentlemen, und Jamie brennt, auch wenn nur noch ein Finger übrig ist!

Genau Leute, feeling ist das neue cool!

Der Mann gibt alles, setzt sich halb verkrüppelt in die Transsibirische Eisenbahn, entwickelt die geniale Vision von einem »eisigen, paranoiden Album« und schreibt den Song »Siberian Nights«. Weil Alison Mosshart, die in Jamies Unpässlichkeits-Phase mit Jack White rumgemacht und ordentlich Bilder gemalt hat, nebenher aber auch schon 253 Songs schrieb, gingen The Kills mit tonnenweise Stoff in eine zum Studio umgebaute L.A.-Mansion und kamen mit einem vollgeaschten dreidimensionalen Pollock-Ding wieder raus.

Weniger abgefuckt, mehr Mut zum Gefühl. Genau Leute, feeling ist das neue cool! Und der Mix im Electric Lady in New York, wo auch Hendrix und D’Angelo … Ash & Ice heißt das Ding, und nein, The Kills werben nicht für Drogenkonsum. Außer wenn die Alternative dazu wäre, die Coolness zu verlieren und zum Beispiel Green Day zu sein, klar. Das ist Jamies Story zum Titel: »Ich hatte mir einen Drink genehmigt und warf meine Zigarette in ein mit Eis gefülltes Glas. Mir gefiel das Bild von jemandem, der in der einen Hand einen Joint und in der anderen einen Drink hält.« Cool, oder? Nein? Die ödeste Heroin-Chic-Klischee-Story, die ihr je gehört habt, und überhaupt sind wenn schon Royal Trux oder sogar die abgelutschten White Stripes das Original? Fair enough, ihr Klugscheißer, aber wo sind diese Typen heute? Genau: getrennt, alt, unsichtbar. Und wenn die mal in ihren Drink aschen würden – dann würden sie ihn bestimmt wegschütten, die Weicheier.

P.S.: Dem unbeteiligten Niederschreiber dieser Auseinandersetzung verbleibt anzumerken, dass die Musik trotz berechtigter Bedenken nach allen Coolness-Maßstäben der letzten 40 Jahre annehmbar klingt. Vielleicht ein wenig alt.

4 KOMMENTARE

  1. Was für eine selten dämliche Review! Mit Plattitüden und abgelutschten, pseudo-hippen Sprüchen versucht sich der Autor bewusst cool zu geben. Von der Musik erfährt man wenig, dafür viel belanglosen Klatsch und Tratsch a la „Bunte“. Schade, dass der grandiosen Band „The Kills“ nicht mehr Aufmerksam gewidmet wird … aber für den Verfasser der Review ist wohl die eigene Inszenierung wichtiger.

  2. Eine wirklich gar nicht gelungene Review. Wenn die literarirsche Vielfalt auf Phrasen wie „but hey“, „feeling ist das neue cool“, „erst nur so geht so“ etc. reduziert wird und die Musik völlig außen vor gelassen wird, sind das 5-7 verschwendete Leseminuten. Songs wie „Black Tar“, Echo Home“ und die Mischung von elektronischer Beats mit überaus gelungenen straighten Rock-Riffs sollten wenigstens in irgendeiner Weise erwähnt werden. Das neue Werk der Kills ist definitiv um zehn Klassen besser als die hier formulierte Quarkrezension.

  3. Ähh, lieber Holger, mach mal besser wieder Schokolade ( das konntest Du doch ganz gut! ) und überlass‘ es Deinen kompetenten Kollegen sich mit Musik auseinander zu setzen…hmm, was meinst?

  4. Vielleicht ein wenig alt klingt der Verfasser mit seinen unlustigen, möchtegern-ironischen Phrasen. Mit Journalismus hat das hier so viel zu tun wie The Kills mit Killswitch Engage.

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