Textur, buh! Caspian kündigen neues Album mit »Sad Heart of Mine« an / Premiere

Diese U2-an-die-Wand-Schnipser, diese größeren bis größten unter den Bahne-frei-Kartoffelbrei-Rockern, die sich LP um LP selbst den Zahn gezogen und den ganzen unbezahlbaren Wahnsinn in ihrer endlosen Edelmütigkeit stets kostenlos auf Bandcamp gestellt haben, legen wieder los. Dust & Disquiet erscheint am 25. September bei Big Scary Monsters und wurde wie Waking Season von Matt Bayles produziert.

Caspian haben uns von Beginn an den Taktstab überlassen (You Are The Conductor) und die Gitarren doch immer und ab 2007 noch viel mehr (Erin Burke-Muran verdient einen Einschub) fest im Griff gehabt. Sie haben dem Post-Post-Rock auf die Beine geholfen und ihn dann mit Füßen getreten. Das war an diesem Tag X im September 2012, als die Beverly-boys das unaussprechlichste unter den Ausdrucksmitteln verwendeten: Worte. Seit »Gone In Bloom and Bough« haben sie es damit in Schweigermusik-Kreisen ohnehin verkackt und dürfen sich quasi noch mehr rausnehmen als sie es ohnehin schon immer taten.

Halte mal einer sieben Jahre lang die Klappe. Irgendwann muss da was raus. Mit der Trauer um den plötzlichen Tod ihres Bassisten Chris Friedrich im Bauch, schwimmen sich Caspian nun erneut nach allen Unregeln des Instrumental-Genres frei. Die einzige mit popeligen zehn Jahren quasi noch im Milchzahn-Stadium-Rockband, bei der man das Wort Textur buh!-frei zu Musikbeschreibungszwecken in den Mund nehmen darf (sie tun es ja selbst inflationär), die Band, die Songs im besten Fall unter der Zwölf-Minuten-Marke auf den Punkt oder im schlechtesten zumindest zu Ende bringt (Nimm das, Godspeed!) ist selbstverständlich auch die Band, die am Ende einer Woche der Low-Erdung und der MogwaiJubelhits-Box den Mumm besitzt, ein Album als das Album anzukündigen. Wie es sich gehört: mit Pressebrief und Schlüsselstück.

Das heißt »Sad Heart of Mine«, kriegt erwartungsgemäß die Kurve und ist mit viereinhalb Minuten der reinste Spaziergang. Hört sich so weg, wird sich der Crescendo-Decrescendo-Marathoni denken – und post-fade-out trotzdem irgendwie aus der Puste sein.

Tracklist Dust & Disquiet
01.) Separation No. 2
02.) Ríoseco
03.) Arcs of Command
04.) Echo and Abyss
05.) Run Dry
06.) Equal Night
07.) Sad Heart of Mine
08.) Darkfield
09.) Aeternum Vale
10.) Dust and Disquiet

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .