Freitag, Juli 19, 2019

Ich ghoste dich

ALBUM DER WOCHE – Zwischen Antike und Avatar sucht Antwood nach dem, was von Beziehungen übrig bleibt. Delphi ist ein Epos über die Sehnsucht im digitalen Zeitalter.

Der weiße Planet

ZWISCHENRUF – 50 Jahre Mondlandung. Toll, also 50 Jahre weiße, männliche, privilegierte Heldenerzählung. Den wichtigsten Song dazu schrieb Gil Scott-Heron. Und genau den sollten wir jetzt hören, statt die pathetische Apollo-Party mitzufeiern.

Wie, niemand ist mehr auf Facebook?

ESSAY – Steven Spielberg, Euphoria, Booksmart, Stranger Things. Filme und Serien über die Rezos dieser Welt haben Konjunktur. Das Problem: Sie sind meist aus den Augen einer Annegret Kramp-Karrenbauer erzählt. Aber es gibt Hoffnung.

Schluss mit Indie

ESSAY – Klimawandel? Zu spät, wir sind gefickt. Jetzt heißt es, den Schaden einzudämmen. Dazu müssen wir aber mit unserem geliebten Individualismus aufräumen. Ein Plädoyer für ökologische Bandenbildung von Musiker_innen. 

Wir brauchen eine antifaschistische künstliche Intelligenz

ESSAY – Künstliche neuronale Netze unterteilen unsere Gesellschaft in abstrakte Kategorien – und führen uns damit geradewegs in einen automatisierten Klassismus. Dabei könnte die Technik ganz anders genutzt werden.

Mehr Gemeinschaft

ALBUM DER WOCHE – Blood Orange liefert mit Angel's Pulse den Epilog zu seinem Opus magnum Negro Swan. Und pedelt sich ein zwischen Fatalismus und Schönwetterfront.

Stapelt queer, stapelt trans!

KOMMENTAR – Nein, Hochstapelei ist keine radikale Form des Pop. Sie ist nicht subversiv, sondern verschärft die bestehenden Machtverhältnisse. Und schadet damit denen, deren Geschichten gehört werden müssen.

Verhältnisse

SCIENCE NEWS – Ann Cotten liest sich durch die Welt der wissenschaftlichen Onlinelektüreplattformen. Heute: So many Opfaz, not enough knives.

In Lagos ist der König eine Frau

FEATURE – Die nigerianische Afrobeats-Musikerin Teni ist auf dem besten Weg, auch im Globalen Norden zum Superstar zu werden. Und bricht dabei in ihrer erzkonservativen Heimat mit alten Rollenbildern.

Sagen, was ist

ESSAY – Unsere Debattenkultur leidet. Aber wir müssen nicht mehr miteinander reden. Sondern anders. Was es braucht, sind neue Begriffe, um die Verhältnisse treffender kritisieren zu können.

Alles was ich wollte, war eine Identität

ALBUM DER WOCHE – Emma Russack sucht auf Winter Blues nach Authentizität. Ohne genau zu wissen, was das sein soll. Und ob man das überhaupt will.

„Aus welcher Hölle seid ihr denn gekrochen?”

REPORTAGE – Die Kerzen spielen den schönsten Knutsch-Pop des Jahres – ohne peinliche Posen. Wer ist diese Band? Ein Besuch in Ludwigslust, zwischen Barockprunk und proberaumwarmem Sternburg-Export.

Opuntien für’s Volk!

PRESENT SHOCKS – Weltweit stellen sich Städter_innen die überteuerten Kleinstwohnungen mit Pflanzen zu. Weil sie Linderung versprechen, wo im neoliberalen Kapitalismus nur Verzweiflung herrscht. Die passende Musik dazu gibt es natürlich längst.

Dorn im Fleisch

REVIEW – Michael Matthews Western Five Fingers For Marseilles hat als Film seine Schwächen. Aber gerade die helfen ihm, das lange noch nicht überwundene Trauma Südafrikas anschaulich zu machen.

Lieber nicht, Facebook

KOMMENTAR – Mit der Ankündigung seiner eigenen Kryptowährung Libra offenbart Facebook seine Bestrebungen, too big to fail zu werden. Das ist immens gefährlich.

Es brodelt

ALBUM DER WOCHE – Die Compilation Taxi Sampler 01 – Rhythms & Vibes From The Spirit Of Young Africa bietet einen Einstieg in Welten, in denen Pop-Musik zurzeit brennt wie vielleicht nirgendwo sonst auf diesem Planeten.

Wer soll uns jetzt noch retten

ANALYSE – In Chernobyl gibt es kein Heldentum, weil das der Realismus der Serie nicht erlaubt. Damit folgt sie dem Zynismus der Realpolitik. Oder warum müssen mitten in der Klimakrise ausgerechnet Kohlekumpels den Karren aus dem Dreck ziehen?

Menschsein ist nichts anderes als in einer beschissenen Falle zu sitzen

LE ZUKUNFT DEVE COME – Georg Seeßlen nähert sich der ödipalen und triadischen Struktur der Welt und der Zukunft. Mit Fat Mike, Nofx und zwei Western-Helden in Schwarz-Weiß.

„Ich bin dann doch eher Kommunistin“

INTERVIEW – Antye Greie ist eine feministisch-marxistische Electro-Pionierin und Co-Kuratorin des diesjährigen Heroines Of Sound Festivals. Warum Kunst immer politisch sein muss und sie lieber auf einer Insel als in der Großstadt lebt, erzählt sie im SPEX-Gespräch.

Aber so leben?

REVIEW – Bad Breeding bringen auf Exiled das Herz zurück in den Noise-Punk. Es geht um Solidarität und Klassenkampf – ohne jedoch das Bild der Arbeiter_in zu fetischisieren.