Samstag, Februar 16, 2019

Liebe, Hass und Innenpolitik

REVIEW – King Midas Sound verschmelzen auf Solitude Herzschmerz, politische Entfremdung und jahrzehntelange Marginalisierung zu einem eindrucksvoll dröhnenden Album. Viel besser kann man Trauer nicht in Klang gießen.

Stoßt die Genies vom Thron!

KOMMENTAR – Ryan Adams soll über Jahre Frauen psychisch misshandelt und sexuell bedrängt haben. Möglich gemacht hat das die gesellschaftliche Obsession mit dem Bild vom toxischen, aber genialen Mann.

Wie Obongjayar aus Ohnmacht den Sound der Zukunft formt

FEATURE – Der junge Nigerianer Obongjayar macht die gegenwärtigste Musik, die man sich vorstellen kann – eine, die keine Grenzen kennt. Weil Gleichzeitigkeit eben auch eine Chance ist.

Feminismus ist Mainstream? Gut so!

ESSAY – Und gerade deshalb wird es höchste Zeit, das feministische Subjekt zu erweitern, fordert unsere Autorin. Weil nicht Männer das Problem sind, sondern Strukturen.

Begleiter, Dämonen und Spiegelbilder

INTERVIEW – Dirk von Lowtzow kartografiert in seinem literarischen Debüt Aus dem Dachsbau das eigene Leben. Ein Gespräch über die Autobiografie als Enzyklopädie und den Stopfgrad von Automatenplüschtieren.

Grammys: Ein richtiger Schritt verändert kein falsches System

KOMMENTAR – Die Grammys waren in diesem Jahr so divers wie noch nie – gut so! In der Gegenwart ist der wichtigste Musikpreis der Welt deshalb aber noch lange nicht angekommen.

„Ich frage mich, ob ich wirklich Musiker bin“

INTERVIEW – Michael Rother begründete mit Neu! den Krautrock, formte mit Harmonia elektronische Musik und gilt auch sonst als einer der einflussreichsten Gitarristen aller Zeiten. Zeit für eine Ehrenrunde also? Ach was. Andere Dinge sind ihm wichtiger.

Ein bisschen mehr Mozart?

REVIEW – Cosey Fanni Tutti veröffentlicht ihr erstes Soloalbum seit 36 Jahren. Tutti ist vor allem klangliche Überwältigung. Viel mehr leider nicht.

Die wohlmeinende Lüge der Gleichheit

FEATURE – Die britische Journalistin Reni Eddo-Lodge hat ein fantastisches Buch über strukturellen Rassismus geschrieben. Und zeigt darin, warum progressive Weiße, die race nicht sehen wollen, vielleicht problematischer sind als Rechte.

„Ich will Macron loswerden”

INTERVIEW – Der französische Shootingstar Édouard Louis möchte Literatur für Menschen machen, die nicht lesen. Um den Rechten den öffentlichen Diskurs wieder zu entreißen und die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen.

„Wir hatten einfach keinen Bock auf den Typen“

INTERVIEW – Gizem Adıyaman ist mit verantwortlich dafür, dass R. Kellys Deutschlandkonzerte wohl bald abgesagt werden. Als Teil des Berliner DJ-Duos Hoe_mies spielt sie aber selbst Musik mit problematischen Texten. Wo zieht man da die Grenzen? 

Verzauberung verleiht Flügel

FEATURE – Der ehemalige Sizarr-Frontmann Fabian Altstötter will als Jungstötter den Zauber zurück in den Pop bringen. Das gelingt ihm mit dem starken „Love Is“ teilweise, führt aber auch zu gewissen Ambivalenzen. 

Aufruhr im boys’ club

FEATURE – In Istanbul behaupten sich DJs und Produzent_innen gegen festgefahrene Strukturen und gelernte Misogynie. Über einen Underground, den es eigentlich nicht geben dürfte.

„Ich werde Corbyn sicher nicht wählen“

INTERVIEW – Terry Hall von den Specials schreit nicht mehr, er spricht. Über multiethnische Bands, sein Misstrauen gegenüber Labour und seine schwere Depression.

Das hier ist eine Intervention

KOMMENTAR – Die Pop-Kritik der Zukunft muss Privilegien hinterfragen, feministisch und antirassistisch eingreifen - und das Gemachte des algorithmischen Regierens offenlegen.

Es wird besser. Oder?

KOMMENTAR – Pessimismus ist eine Stärke der Queers – und könnte sich zur Triebfeder des Widerstands gegen Rechte und Regressive entwickeln.

Der vollautomatisierte Tod des Musikautors

ESSAY – Warum die richtigen Fragen zur Zukunft der Musikindustrie nichts mit Geld zu tun haben.

„Das Feindbild sind die Linksliberalen“

INTERVIEW – „More Than A Feeling“ heißt das neue Album der Goldenen Zitronen. Mit Diedrich Diederichsen verhandelt die Band die eigene politische Position in einer Zeit, die Gefühle nicht mehr von Fakten unterscheiden kann.

Der Stoff, aus dem wir sind

ESSAY – Plastik war einmal die Verheißung eines artifiziellen Instantparadieses – im Alltag genauso wie in der Pop-Kultur. Heute gilt das Material als gigantisches Mahnmal petrokapitalistischer Hybris.

„Ich würde lieber in Orwells ‚1984‘ leben“

PORTRÄT – „London ist am Arsch“, sagt der Musiker Gaika. Und zählt in einer Brandrede die Kapitalverbrechen der britischen Politik auf, deren Früchte heute das Land zu erdrücken drohen.