Tell me a story

Jeder kennt es und hat es schon einmal versucht: Dem besten Kumpel oder der Freundin den Film, den man gestern Abend im Kino gesehen hat, auf verständliche Weise in eigenen Worten wiederzugeben. Den Plot, die Spannng, die Atmosphäre wahrheitsgemäß und nachvollziehbar darzustellen. Und zwar so, dass …
Jeder kennt es und hat es schon einmal versucht: Dem besten Kumpel oder der Freundin den Film, den man gestern Abend im Kino gesehen hat, auf verständliche Weise in eigenen Worten wiederzugeben. Den Plot, die Spannng, die Atmosphäre wahrheitsgemäß und nachvollziehbar darzustellen. Und zwar so, dass Kumpel/Freundin nach der Kurzdarstellung des Films entweder die eigene Begeisterung teilen und sofort ins nächste Kino stürmen, oder andernfalls die selbst gefühlte Abneigung mit einem stillen Naserümpfen bestätigen.
Doch geht das überhaupt? Kann man einen Hollywood-Blockbuster, der vielleicht Millionen von Dollar für Special Effects ausgegeben hat, glaubhaft und spannend in zehn Minuten von der Leinwand hinters Rednerpult bringen? Die Atmosphöre eines stillen Dramas, das vielleicht vorwiegend durch Bilder zum Rezipienten spircht, ohne jegliche Hilfsmittel einfangen? Können Worte allein das wiedergeben und vermitteln, was sonst nur die Leinwand schafft?

Diese Fragen dürften sich wohl auch die Erfinder des "TOTAL RECALL – das Festival des nacherzählten Films" Bernd Testegge und Axel Ganz überlegt haben, als sie 1999 das Projekt starteten. Herausgekommen ist ein Wettbewerb, der das klassische Kino mit der alten Kunst des Erzählens verbindet. So treten im Rahmen des Total Recalls Erzähler und Erzählerinnen gegeneinander an, die sich gegenseitg und dem Publikum in einer zehnminütigen Rede Filmzusammenfassungen vortragen, dieses Jahr trifft man sich vom 10.-11. November in Berlin.
Dass das durchhaus spannend sein kann, haben die letzten fünf Film-Nacherzähl-Festivals gezeigt, denn die Spannung liegt gerade in der individuellen Umsetzung und Interpretation des Filmstoffes. So kann zum Beispiel ein- und derselbe Film beliebig oft und verschieden durch unterschiedliche Redner auf immer wieder neue Weise interpretiert werden. Wer die beste Vorstellung abgeliefet hat, wird vom Publikum mit dem Preis des Festivals, der "Silbernen Linde" ausgezeichnet.
Bewerben und mitmachen kann sich jeder auf der Homepage des Festivals, wo es auch nähere Informationen gibt.

Total Recall
10.-11. November
Im Hebbel am Ufer, Berlin

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