Tate Tracks – Basement Jaxx, New Young Pony Club

BasementJaxxKarelAppelDass die britische Tate Modern gut mit Musik umzugehen weiß, haben wir ja schon an anderer Stelle erwähnt. Mit Tate Tracks wurde ein innovatives Kunstprojekt initiiert, mit Your Tate Tracks die Museumstür zum Social Web aufgestoßen. Bei letzterem überrascht es lediglich, dass bisher erst neun Musiker an dem Projekt teilnehmen. Haben alle anderen Nachwuchskünstler ihre Kreativität schon bei anderen Wettbewerben verpulvert? Bis Ende des Monats kann man sich noch mit einem Musikstück bei Your Tate Tracks anmelden, mehr dazu hier. Vorab müssen also erst einmal andere Namen her:
Felix Buxton und Simon Ratcliffe sind die neuesten Teilnehmer an Tate Tracks, der mittlerweile elf Stücke starken Reihe der Tate Modern. Für ihr Stück »Hip Hip Hoorah!« ließen sich die als Basement Jaxx bekannten Produzenten von dem gleichbetitelten Bild des Niederländers Karel Appel inspirieren. »The approach of the music was to have a hybrid sound or melodic thread for each creature, with a central theme that is ›the world in which they exist‹«, so Basement Jaxx über die Installation. Appels 1949 entstandene Arbeit bezieht sich auf die Nacht bzw. sich darin bewegende Hybridfiguren, die Kindern nachempfunden sind. »The child in man is all that’s strongest, most receptive, most open and unpredictable«, so Appel über »Hip Hip Hoorah!«. Das Bild gilt als stilistisch repräsentativ für die Arbeiten von CoBrA, dem 1948 in Paris gegründeten Künstlerkollektiv niederländischer und belgischer Expressionisten, denen der im Mai vergangenen Jahres verstorbene Appel auch selbst angehörte.
    Basement Jaxx interpretierten die Arbeit als flächigen Instrumental-Track mit asiatischen Einflüssen. Gleichzeitig geht die Tate damit technisch einen Schritt weiter: In verschiedenen Zoomstufen kann man sich die Struktur von »Hip Hip Hoorah!« erschließen, im Vollbild-Modus wird parallel die Basement Jaxx-Interpretation abgespielt. Das Museum wird somit auf den heimischen Rechner transferiert.

Als nächsten Teil der Tate Tracks-Reihe wurden bereits New Young Pony Club angekündigt, ihre Interpretation der Martin Creed-Arbeit »No. 232« wird in Kürze ebenfalls zu Hören und Sehen sein.

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