Tate 2.0 – Bringt Musik in die Hallen

TateTracksDie Verbindung von Popmusik und Pop-Art gleicht einem Trauerspiel: Sie ist quasi inexistent. Nur wenige Musiker wie z.B. Jim Avignon / Neoangin wagen den Spagat, sich neben Musik auch mit »›klassischer‹ Kunst« (wie das jetzt wieder klingt) auseinander zu setzen. Die großen und vielfach bemühten Tage von Warhol und Velvet Underground, von Factory und Banane, sind jedenfalls passé. An Innovation fehlt es, auch seitens der Museen, die erst seit wenigen Jahren  in den potentiell Dauerkarten kaufenden »Nachwuchs« investieren: Lange Nächte der Museen, junge Kunst, DJs im Eingangsbereich, das gehört ja schon längst zum Repertoire der Kulturlandschaft. Auf den Trichter der »Musikproduktion« kommt man eher selten. Hierzulande. Im Ausland ist das – Klar! – anders: Schon seit längerer Zeit begleitet die britische Tate Modern die junge Musikszene Londons. Seien es Roll Deep, Man Like Me, Klaxons, The Long Blondes oder The Chemical Brothers: Alle durften bereits ein Ausstellungsstück der renommierten Tate-Sammlung auswählen und es durch die Komposition eines eigenen Musikstücks in einen neuen Sinnzusammenhang stellen. Tate Tracks ist der Oberbegriff dieses hochinteressanten und – das ist das Bizarre – naheliegenden Konzepts, und die Tate Tracks erfreuen sich weltweit stetig wachsender Begeisterung. Hier kommt nun der Leser ins Spiel.

Nicht nur die Indie-Prominenz soll aus dem Querschnitt der Sammlung wählen dürfen, seit heute dürfen auch unbekannte Musiker an dem neuen Spin-Off von Tate Tracks – Your Tate Track – teilnehmen. Einige Vorraussetzungen gilt es zu beachten: Die teilnehmenden Solo-Künstler oder Bands müssen zwischen 16 und 24 Jahre alt sein, stilistisch sind keine Grenzen gesetzt, allerdings muss ein Stück der Sammlung Grundlage für den entstehenden Track sein. Bis zum 31. August kann man seine Arbeiten via MySpace einreichen (TateSpace hier), die User selbst haben bis dahin die Möglichkeit, eingereichte Stücke zu bewerten. Die 20 bestbewertesten Arbeiten werden dann ab Anfang September von einer Jury bestehend aus Basement Jaxx, Graham Coxon und Roll Deep bewertet, der Gewinner am 17. September bekannt gegeben. Der Preis: Eine Installation des eigenen Werks in der Tate. Mehr als lohnenswert!

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