Sylvan Esso Sylan Esso

Sylvan Esso kommen vom Folk, wissen Merrill Garbus an ihrer Seite und schmusen sich so durch ihr erstes Album, das am Freitag erscheint.

»Hey, Mami / I know what you want!«, verspricht gleich zu Anfang Amelia Meath, bisher als Sängerin des rein weiblichen Folk-Trios Mountain Man aus North Carolina bekannt. Für Sylvan Esso tauschte Meath Blockhütte gegen Nachtclub und gab die Akustikgitarre den Wölfen zum Fraß. Sie schloss sich mit Nick Sanborn zusammen, seines Zeichens Produzent unter dem Namen Made Of Oak, den sie auf einer Party auflegen hörte und kurzerhand um einen Remix ihrer Stücke bat. Aus einem Remix wurde bald ein ganzes Album, Sylvan Esso ward geboren.

Auch wenn man die Stücke des Duos getrost Elektropop nennen kann, fließt der Folk unter all dem Bassgetöse, wenn man nur aufmerksam genug hinhört, nach wie vor durch jede Ader. Das unbetitelte Debüt des Duos heißt einen mit einem Klatschen willkommen, das dezent an Tune-Yards alias Merrill Garbus angelehnt ist, weshalb es auch wenig verwundert, dass Sylvan Esso bereits mit Garbus auf Tour waren und sie im Laufe der Platte immer wieder als Echo auftaucht. Amelia Meath scheint, wie eingangs versprochen, tatsächlich zu wissen, was wir wollen, denn plötzlich wird es sexy, und der schnell dahintickende Beat wird durch einen melodiösen, mit R’n’B verwaschenen Refrain unterbrochen, der Meaths vielseitige Stimme in Zuckerwatte verwandelt. Doch Sanborn ist kein R’n’B-Produzent, seine Anleihen sucht er vielmehr im poppigen Dubstep à la Jamie xx, und so versteht er es, Meaths vokale Liebkosungen gekonnt in sein Beat-Gerüst zu flechten und trotzdem genug Raum offen zu halten für Popmelodien, die sich ins Ohr nagen.

Hie und da klingen Sylvan Esso wie Glass Candy auf Ketamin und lassen die Muskeln definitiv rhythmisch mitzucken, allerdings wird das saccharine Gesäusel über stampfenden Beats auf Dauer ein wenig ermüdend. Sanborns fehlender Experimentierfreude ist es geschuldet, dass Amelia Meath, neben eine Katy B gestellt, sofort verblassen würde. Es bleibt zu hoffen, dass Sylvan Esso beim nächsten Mal wieder mehr mit den Wölfen tanzen.

SYLVAN ESSO
SYLVAN ESSO
PARTISAN / CITY SLANG / ROUGH TRADE
ALBUM – VÖ: 06.06.2014