»Subway Art«

Subway ArtAlleine schon das Titelfoto des vor 25 Jahren erstmals erschienenen Bandes »Subway Art« zeigt, wie sehr sich der Akt des Writings um 1980 herum vom Phänomen »Grafitti« heutzutage unterscheidet. Was bei jedem kommunalen Kinderfasching als pädagogisch wertvoller Fetisch angeboten wird, begann als harte Arbeit. Für den Körper wegen der Unzugänglichkeit von Terrain und Malgrundlage sowie für den Geist wegen der potentiellen Anwesenheit von Cops und anderer Sicherheitsdienste. »Subway Art« von Martha Cooper und Henry Chalfant sollte dieses Einsickern in den Meinungsmainstream bedeutend anstupsen. Im Verlag Edel Edition, der im Herbst 2008 sein erstes Programm veröffentlichte und zur gleichnamigen Musikfirma gehört, erscheint am 11. März 2009 eine Jubiläumsedition im Großformat mit 70 bisher unveröffentlichten Fotos und einem Nachwort von Cooper und Chalfant.

     Mit »Subway Art« veränderten Martha Cooper und Henry Chalfant den Ruf des Writings durch eine gleich doppelte Ästhetisierung. Cooper zeigte New Yorker Züge als rollende Leinwände und verdeutlichte damit die Schönheit getaggter Objekte. Henry Chalfant dagegen erfand einen Stil, der als Blaupause für noch jedes Writer-Magazin dienen sollte: Mittels einer komplexen Collage-Technik isolierte er die Writings gerade von ihrer Umgebung und wandelte damit das »Ich bin hier« dieser Bilder zum »Ich bin schön«.

     Und so begann der lange Weg in die Mainstream-Medien, Design-Agenturen und Galerien, bis es in den Nuller Jahren zu Phänomenen wie der Konferenz über Characters »Pictopia« kommen konnte. Zu der später mehr und en detail. Ansonsten empfehlenswert als ABC zum gleichen Thema: »Writing«.

Martha Cooper & Henry Chalfant: Subway Art. Jubiläumsedition. Edel Edition, 128 S., Format 29,5 x 41,5 cm. 29, 95 € / 50,90 SFR. ab 11.03.2009

Abbildung: Cover »Subway Art«

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