Es ist Brainfeeder-Jahr. Das Label-Kollektiv um Flying Lotus hat schon jetzt einige der progressivsten Alben Zweifünfzehn veröffentlicht, hat Jazz ins Diesseits (Kamasi Washington – The Epic) überführt, HipHop mit eben jenem (Kendrick Lamar – To Pimp A Butterfly) verquickt und eins wie das andere von hinten durch die Brust gedacht – und das als vormaliges Elektronik-Label.

Nun setzt Bass-ADHsler Thundercat mit der Veröffentlichung eines ersten Tracks »Them Changes« zum nächsten Wurf an. Das Stück ist Botschafter des für den kommenden Montag annoncierten Sechs-Track-Albums The Beyond / Where the Giants Roam – dem ersten seit zwei Jahren.

Und warum die Fäden nicht weiter spinnen: Thundercat, der seit The Apocalypse zwar nicht unter eigenem Namen veröffentlichte, dafür aber an den Platten von Washington und Lamar sowie Flying LotusZappa-Klimax-Album You’re Dead! aus 2014 mitwirkte, setzt auf Symbiose. Mit Herbie Hancock, der ebenfalls zu den Kollaborateuren auf The Beyond / Where the Giants Roam gehört, ist die Genrekiller-Bande im Post-Funk vereint.

Im Stück »Them Changes« spielt Washington Saxophon, FlyLo produzierte co, Dennis Hamm tastet mit Samthandschuhen. Und Thundercat sucht – erstaunlich aufgeräumt – nach dem richtigen Gefühl: »Somebody tell me how I’m supposed to feel.« Der Heuchler hat es längst gefunden und einen Track daraus gemacht.