Stereophonics

Im letzten Stück des Albums bestätigt Kelly Jones selbst den Eindruck, der sich uns zuvor aufgedrängt hat. »I wanna feel like I did before«, singt der Kopf der Stereophonics darin. Tatsächlich spielt seine Band auf ihrem neuen, sechsten Album oft so, als spiele sie eine Band nach: Weniger Black Rebel Motorcycle Club, Oasis oder Six By Seven, sondern vielmehr die eigene Band. So enttäuscht das Ergebnis, dem nichts mehr anzuhören ist als das Bemühen um einen Sound, der frisch nach vorne geht. Umgekehrt wird Jones von seiner Plattenfirma zitiert: Auf dem Album sei »nichts bemüht, alles ging wie von selbst«.

    Vielleicht muss man dazu wissen, dass der Sänger, Gitarrist und Komponist sich nach einem Todesfall in der Familie ein Jahr lang zurückgezogen hatte. Auch das Leben in der in Großbritannien recht erfolgreichen Band habe ihn ausgepumpt. Die rasch abgeschlossenen Aufnahmen zum neuen Album empfand er »als Wiederentdeckung jugendlicher Frische und Unbekümmertheit«. Vielleicht hätte er sich eine längere Auszeit und für das Songschreiben mehr Zeit nehmen sollen. Die zwölf schnörkellosen Rocknummern kommen ganz ohne Überraschung aus. Wann ein Break folgt, wann eine Brigde, wann eine Ballade – voraussagbar wie der Beginn der Tagesschau. Die Rhythmusgruppe stapft auf der Stelle, und nur in »I Could Lose Ya« und »Drowning« schaffen es Gitarre bzw. Gesang, auf etwas nach dem Augenblick zu verweisen, also ganz banal Spannung zu erzeugen.

    Leider kleistert Jones zuverlässig alles mit gewohnt leiernd und lang gezogen vorgetragenen Leerbotschaften wie »You’re in my heart, you’re in my mind / But I don’t know where you are now« zu. Zeigten die Stereophonics auf ihren letzten Alben schon mal Spielfreude, zementieren sie mit »Pull The Pin« ihren Status als Adabeis.

LABEL: V2 Records

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 12.10.2007

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