„Als dann auch die letzten Nazis angefangen haben, Ace zu nehmen“: Modeselektor im Videogespräch über die Anfänge des Techno in Berlin

Bild: Red Bull Presents RBMA20: Berlin / Modeselektor

Diashow mit Modeselektor: In einer Lecture der Red Bull Music Academy erzählt das Berliner Duo von den ersten Shows, den ersten Platten und dem ersten Privatjet – Live-Mitschnitt hier und heute SPEXklusiv für die kommenden 24 Stunden.

Anfänge sind etwas Interessantes – die Wenigsten waren dabei und nur die Etabliertesten können davon berichten. Ein Glück, wenn genau die sich einen ganzen Abend Zeit nehmen, um davon zu erzählen. Sebastian Szary und Gernot Bronsert waren dabei, als die Elektroflut Deutschland und den Rest Europas überschwemmte. Das Duo, das als Modeselektor bezeichnend für die Entwicklung elektronischer Musik nach dem Kalten Krieg war und immer noch ist, erinnert an die Zeiten zurück, in denen der Techno sich langsam, aber sicher in der Berliner Szene etablierte. Wann genau das war, wissen die beiden noch ganz genau.

„Ab 1992, als dann auch so die letzten Nazis angefangen haben, Ace zu nehmen, richtig peacig wurden und sich in ihre GTIs und Kadetts gesetzt haben“, sagen sie – und damals ging es richtig los für Szary und Bronsert, die mittlerweile mit Apparat und dem gemeinsamen Projekt Moderat die Welt bespielen und zu den Lieblingsgruppen von Radiohead-Sänger Thom Yorke gehören.

Modeselektor plays at OHM in Berlin on April 25, 2018.

Bescheidenheit scheint trotzdem durch, wenn erst Bronsert und dann Szary durch die Dias führen, sich genauestens an frühe Reisen erinnern und Anekdoten erzählen über Blitzeinschläge in Mailand, hochgezogene Hosen in Manchester und ihren ersten Privatjet, der „nur“ eine Propellermaschine war.

„Die Biere hab‘ ich nicht getrunken“, meint Bronsert, und die Betonung liegt auf „Ich“, als er einen Tisch voll leerer Flaschen bloß mit eigenen Unschuldsbeteuerungen kommentiert. Es fühlt sich weniger wie ein geplantes Interview an, mehr wie der Morgen nach einer sehr langen Party, den man dafür nutzt, die Szenen der letzten Nacht zu rekonstruieren und zu verstehen, was eigentlich passiert ist.

SPEX streamt das komplette Gespräch aus dem Berliner Tresor vom 25. April für 24 Stunden SPEXklusiv.

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