SPEX präsentiert Yasuaki Shimizu live in Deutschland

Yasuaki Shimizu

Was ewig währt, wird endlich gut  ein Sprichwort, das Künstler_innen wohl nicht sehr gern in Bezug auf ihre Karriere hören. Im Fall des japanischen Saxofonisten Yasuaki Shimizu trifft es jedoch zu. Rund 40 Jahre musste er auf seinen internationalen Durchbruch warten. Im Herbst geht er nun auf Deutschlandtour. SPEX präsentiert.   

Seit der Wiederentdeckung und Neuauflage des Albums Utakata No Hibi (1983) von der japanischen Dance- und Elektropopband Mariah, deren Begründer, Komponist und Produzent Yasuaki Shimizu war, erlangten er und sein Sound auch außerhalb Japans in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit. Denn während sich Shimizus Musik zwischen Pop, Disco, Folk, Jazz, New Wave und Experimental-Rock bewegt, trifft sie nicht nur die Geschmäcker vieler, sondern entzieht sich gleichzeitig auch der hermetischen Genrezuschreibung aller. Für manche Grund zur Frustration, für uns aber gerade einer, genauer zuzuhören.

Die Lieder Shimizus scheinen Kulminationspunkte zu sein. Solche, an denen die verschiedenen musikalischen und künstlerischen Einflüsse zusammenkommen, die er im Japan der Siebziger und Achtziger gesammelt hat, als das Land Zufluchtsort für internationale Kreative war. So lieferten ihm etwa die armenischen Künstlerinnen Seta Evanian oder Julie Fowell damals nicht nur textlichen Input und somit Inspiration zum Komponieren, auch sangen sie selbst auf Utakata No Hibi.

Besonders geprägt aber hat Shimizu die britische Post-Punk-Gruppe The Flying Lizards weil sie in Musik übersetzte, was er in seinen Fieberträumen wahrnahm. Und so blieb es auch nicht bei einer distanzierten Bewunderung: Er und David Cunningham, Begründer der Lizards, arbeiteten während der vergangenen Jahrzehnte häufig zusammen. Mittlerweile kamen noch Musiker_innen wie Ryuichi Sakamoto, Björk und Van Dyke Parks hinzu.

Utakata No Hibi lässt sich übersetzen mit Flüchtige Tage, und solche waren es auch, während derer das letzte gemeinsame Album von Mariah entstand. Scheitern sollte die Band am demokratischen Anspruch. Paradox? Wohl kaum, denn weil die restlichen Mitglieder schlichtweg nicht mit Shimizus zunehmend bombastischem Jazz-Pop umgehen konnten, schien das die einzige friedvolle Lösung zu sein. Und wie denn nun eben dieser Individualismus von Yasuaki Shimizu klingt, ist im Herbst live in Hamburg und Berlin zu hören!

SPEX präsentiert Yasuaki Shimizu
02.11. Hamburg – Überjazz Festival
04.11. Berlin – Funkhaus

 

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