Eine geradezu zappaeske Sloppiness

In der Beschissenheit der Dinge kann große Kunst liegen, und genau diese scheinen die Strange Boys aus Texas für sich entdeckt zu haben: Ihr rauschumspülter Garage-Rock leiert launisch vor sich hin, ihr amateurhaft austarierter Sound klingt so schräg, dass man glauben möchte, die ganze Band sei seit drei Tagen besoffen – und dann erzählt der Sänger Ryan Sambol über das aktuelle Strange-Boys-Album »Be Brave« auch noch, es sei »filled mostly with boring stuff and horrible lyrics«.

    Das stimmt so natürlich nicht. Abgesehen davon ist es aber sowieso egal, ob man die lakonisch hingeworfenen Lyrics als »horrible« wahrnimmt. Es reicht ja schon, dass die Strange Boys eine gesunde Antithese zum karrieristischen Gehabe des Indie-Mainstreams darstellen – man nimmt ihnen gerne ab, dass sie nicht von der dicken Kohle träumen und für glamouröses Stargetue nur ein müdes Lächeln übrig haben. Es geht den Herren um das Leben im Jetzt und um eine geradezu zappaeske Sloppiness.

    Passend dazu geben Chuckamuck den Support, eine Band, die als Berlins neueste Teen-Sensation gefeiert wird und die mit schroffem Rock’n’Roll und Rauhbein-Attitüde jede Vorstellung von Etikette und Anstand niederholzt.

 


STREAM: The Strange Boys – Be Brave

Spex präsentiert The Strange Boys & Chuckamuck Live:
20.07. Hamburg – Hafenklang ¹
21.07. Berlin – Rosi’s ¹
22.07. München – 59:1 ¹
23.07. A-Feldkirch – Poolbar Festival 24.07. CH-Alterswil – Stonehill Festival
¹ mit Chuckamuck

Foto: CC | Julio Enriquez / Flickr

2 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.