SPEX präsentiert Radiophonic Spaces im HKW

Foto: David Vintiner, Art Direction: Gem Fletcher, 2017

Bald gibt’s was auf die Ohren! – und zwar im Zuge der Ausstellung Radiophonic Spaces des Berliner HKW, die von November bis Dezember stattfinden wird. Was sich hinter dem so progressiv klingenden Namen verbirgt, ist die Geschichte des heute eher als veraltet geltenden Mediums Radio. Das jedoch seit seiner Erfindung vor über 100 Jahren nicht nur unmittelbar zur Aufklärung des Menschen beigetragen, sondern auch dessen Hörgewohnheiten verändert hat.

Nur in den wenigsten Haushalten steht dieser Zeit ein Radio. Am meisten darauf zurückgegriffen wird wohl noch in Autos – wenn sie keinen USB-Anschluss haben. Was nach Kulturpessimismus klingt, ist vielmehr Zeichen des technischen Fortschritts und der damit gegebenen Möglichkeit, via Internet und andren Medien schneller und gezielter an Informationen und gewünschte Unterhaltung zu gelangen. Und trotzdem: Nicht nur das stete wohlbekannte Hintergrundrauschen eines Radios fasziniert, sondern auch das ihm innewohnende gesellschaftliche und künstlerische Potential. All das versucht die Ausstellung Radiophonic Spaces anhand von über 200 Kunstwerken zu fassen.

Nicht nur bereits verstorbene Künstler_innen wie Orson Welles, Bertolt Brecht und John Cage werden dabei eine Rolle spielen, auch Arbeiten der Schriftstellerin Friederike Mayröcker sowie der Installationskünstlerin Natascha Sadr Haghighian werden unter anderem ausgestellt. Ebenso solche des postdramatischen Theaterkollektivs Rimini Protokoll. Begleitend zu den Exponaten lassen digitale Nachschlagewerke, Konzerte, Workshops, Vorträge wie Diskussionen mit Künstler_innen, Forscher_innen, Musiker_innen, Radiomacher_innen und Student_innen noch tiefer in die Materie eintauchen.

Auftakt zu Radiophonic Spaces, das im Rahmen der Veranstaltungsreihe 100 Jahre Gegenwart stattfindet, bildet eine dreitägige interaktive Führung durch das Foyer des HKW, in der nach dem heutigen Verhältnis von Gesellschaft und Radio gefragt wird. Wie haben sich mit der Digitalisierung unsere Hörgewohnheiten verändert? Verfügt das Radio noch immer über seine politische Schlagkraft? Oder entwickelt es sich primär zum künstlerischen Ausdrucksmedium? Und noch eine letzte Frage, schon von uns zu beantwortende Frage: Was braucht es anderes als all diese Worte, um eine Veranstaltung über die Radiophonie anzukündigen? Einen hörbaren Teaser natürlich.

SPEX präsentiert Radiophonic Spaces
01.11. – 10.12. Berlin – Haus der Kulturen der Welt
Für weitere Informationen rund um Radiophonic Spaces besuchen Sie bitte die veranstaltungseigene Website.

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