SPEX präsentiert Lieblingsplatte Festival 2018

Stereo Total / Foto: Paul Cabine

Die Veranstalter_innen des Düsseldorfer Lieblingsplatte Festivals sind Querdenker. Und zwar solche, die nicht nur abstrakt, sondern auch Alt und Neu zusammen denken können. In Zeiten von Streamingdiensten und Shuffle-Funktion bringen sie komplette Alben in originaler Zusammenstellung live auf die Bühne und zollen damit einem Medium Tribut, dessen Format und Konzeption heute nicht mehr nur überwiegend ignoriert, sondern abgetan wird. SPEX präsentiert das im Dezember stattfindende Festival.

Seien wir doch mal ehrlich: Jede Band hat dieses eine Album, das einem von vorn bis hinten perfekt erscheint und dessen einzelne Songs man ständig und scheinbar für alle Zeit auswendig beherrscht. Und besucht man dann ein Livekonzert besagter Band, wünscht man sich klammheimlich, es würden doch ausschließlich eben jene Lieder gespielt. Den Organisator_innen des zum dritten Mal stattfindenden Lieblingsplatte Festivals ging es wohl ganz ähnlich. Denn wie der wenig subtile Name schon sagt, bringen sie im Dezember sechs Alben auf die Bühne, die zum einen noch nie komplett performt wurden, und zum anderen bedeutsame für ihr jeweiliges Genre sowie ihren Entstehungszeitpunkt sind.

Denn das Motto in diesem Jahr lautet: Wichtige Alben deutscher Popgeschichte live. Was den Bogen spannen lässt vom ersten deutschen Punkalbum der Düsseldorfer Band Male von 1979 bis zum Debüt des Singersongwriters Gisbert zu Knyphausen, knapp 30 Jahre später. Während erstere als Pioniere des deutschen Punkrock gelten, The Clash sogar auf Deutschlandtournee begleiteten und sich trotzdem nach kurzer Zeit wieder trennten, fällt letzterer dadurch auf, eben keineswegs exemplarisch für sein Genre zu stehen. Das ja eines des in Weltschmerz badenden Klampfers ist. Knyphausen ist zwar mitteilungsbedürftig und melancholisch, aber doch eher erfrischend unpoetisch.

Elemente von beidem, von Punk und Indie, vereinen die Hamburger um die Gruppe Die Sterne, die als ihre einzigartigste Platte Posen mit dem Chartstürmer „Was hat dich bloß so ruiniert“ im Gepäck haben. Und weil der Hip-Hop auch in Deutschland nicht fehlen darf, werden Ruhrpott AG aus Bochum die Songs um Unter Tage zum Besten geben – und damit hoffentlich die Stimme und die unbedingte Assoziation eines Herbert Grönemeyer aus unseren Köpfen vertreiben. Vom Ende der Neunziger geht es weiter zum Anfang der Zweitausender, und zwar mit dem Lo-Fi-Synthie-Pop-Duo Stereo Total, dessen Veröffentlichung Musique Automatique an trashige Kraftwerk-Sounds erinnert. Last but not least, zumal sie sich mit dem Veröffentlichungsjahr ihres zu performenden Albums von 2014 zum aktuellsten Act zählen darf, tritt die Band Kreidler auf, dank derer die Düsseldorfer Elektroszene als solche überhaupt bekannt wurde. Und somit auf einem Düsseldorfer Festival natürlich keinesfalls fehlen darf.

SPEX präsentiert Lieblingsplatte Festival 2018
08.12. – 15.12. Düsseldorf – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation (ZAKK)
Für weitere Informationen rund ums Lieblingsplatte 2018 besuchen Sie bitte die festivaleigene Website.

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