Aus Acryl geschnitztes Empowerment: SPEX präsentiert Leikeli47.

Bei Leikeli47 stimmt einfach alles. Das Debüt, die Beats, der Flow, die Message. Die Brooklyner Rapper- und Produzentin hat kürzlich ihr neues Album Acrylic vorgelegt. Auf dem Cover: Zwei mit flashigen Acrylnägeln bekrallte Hände, die zero fucks geben, ob das jetzt noch schick oder schon camp ist.

Nägel on fleek, Maske sitzt: Nicht nur am 1. Mai Leikeli47s Look (Foto:Promo).

Und so funktioniert eigentlich auch Leikeli47s Musik. Ihre gekonnte Mischung aus Rap, House, Neo-Soul, R’n’B und Dancehall folgt immer der Richtung, die sie für den jeweiligen Track angemessen hält. Für „Tic Boom”, der dazu bewegen soll, sich den inneren Dämonen zu stellen, wählt sie einen Beat, der trotzig auf ein holziges Schlagzeug eingeprügelt wurde. Auf „No Reload” zittert eine passiv-aggressive Trap-Hi-Hat, während Leikeli47 die Frauen ihrer Familie und die Unabhängigkeit feiert.

Ein gefühlt härteres Album für nicht nur gefühlt härtere Zeiten, die Leikeli47 aber nicht allzu pessimistisch betrachtet. Laut der Rapperin sind genau das nämlich die Zeiten, die einen reifen und wachsen lassen – und ein verdammt gutes Album mit sich bringen. Was braucht’s dafür? Eigentlich nur eine neue Bandana-Maske und frische Acrylnägel.

SPEX präsentiert Leikeli47 live
20.05 Berlin – Burg Schnabel