50 Shades of Verträumtheit (mindestens): SPEX präsentiert Hand Habits.

Warum wollte eigentlich niemand mit Meg Duffy spielen? Die Multi-Instrumentalistin putzte in Upstate New York Klinken als Gitarrenlehrerin, jobbte in Bars und fand trotzdem keine Band. Dann traf sie auf Kevin Morby und hob dessen Musik als seine neue Lead-Gitarristin auf das nächste Level. Beispiel gefällig? Hören Sie das Solo von „I Have Been To The Mountain„.

Seitdem ist Duffy als Session-Musikerin mehr als ausgelastet und beglückte unter anderem Weyes Blood und The War on Drugs mit ihrem Gitarrenspiel. Zwischen all den Touren und Recording-Sessions passierte dann 2017 ihr Debüt als Hand Habits: Wildly Idle (Humble Before The Void) entstand in Eigenregie im Schlafzimmer und ist ein Glanzstück in verträumtem Folk-Rock, umhüllt von endlosen Hallfahnen und verletzender Sanftheit.

Hände am Liebsten in den Hosentaschen: Meg Duffy alias Hand Habits (Foto: Aubrey Trinnamen).

Die behütete Verträumtheit hat sich auch auf das Nachfolge-Album rüber gerettet. Placeholder entstand im Studio, aber das tut der klanglichen Intimität keinen Abbruch. Die Studioproduktion ist in diesem Fall kein Filter, der die Songs über Angst, Verlust und Vergebung in ihrer Direktheit schwächt, sondern eher durch dezentes Herausstreichen betont.

Und jetzt, wo alle mit ihr spielen wollen, hat sich Meg Duffy für ihr Solo-Projekt Hand Habits entschieden. Gut für alle, die sich das facettenreiche Gitarrenspiel der US-Amerikanerin live anhören.

SPEX präsentiert Hand Habits (live)
11.08. Darmstadt – Bedroomdisco
13.08. Hamburg – Aalhaus
14.08. Düsseldorf – Kassette