So kann das auch gehen: Empress Of schafft auf ihrem zweiten Album Us ohne schwerere Verletzungen den Spagat zwischen Eingängigkeit und Tiefe. Wie das klingt? Überzeugen Sie sich live – von SPEX präsentiert.

Sicher, diesen eingängigen Elektro-Pop der Marke Weltempfänger kann sich womöglich jetzt schon ein Algorithmus von der Festplatte leiern. Aber darum geht es bei Empress Of gar nicht. Im Mittelpunkt stattdessen: Ihr beeindruckender, fast akrobatischer Gesang und die Haltung, die die Kalifornierin damit transportiert. Kurz: Leg‘ dich bloß nicht mit mir an, ich weiß, was ich tue!

empress of
Leg‘ dich bloß nicht mit mir an – Empress Of (Foto: Caroline International).

Lorely Rodriguez wurde in Los Angeles geborenen und mithilfe von Latin und Jazz aufgezogen. Als Teenagerin war sie dann von Björk besessen und beschloss, Musiker zu werden. Sie zog an die Ostküste und begann mit Musiksoftware auf ihrem Laptop zu experimentieren. Und richtig, das alles hört man ihrem im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichten zweiten Album Us deutlich an. Und nein, darauf geht es entgegen des Titels nicht um eine weitere vergeigt Liebesbeziehung.

Vielmehr zielt der Titel auf die Beziehung, die sich zwischen Rodriguez und ihrer Hörerschaft entwickeln soll. Sie wissen schon, das alte Versprechen des Pop, emotionale Verbindungen und so. Mit dem Unterschied, dass es auf Us tatsächlich funktioniert. Denn einerseits sind die zehn Songs darauf allesamt Hymnen von empowerment und Selbstbestimmung, gerade weil Rodriguez sie teilweise auf Spanisch intoniert.

Andererseits klingt ihr Sound mittlerweile so eingängig und groß, dass sich potenziell gerade jene darin wiederfinden können, die ein bisschen Ermutigung gut gebrauchen können. Ganz normale Leute, die womöglich nicht wissen, warum genau Rodriguez da auf dem Cover so komisch breitbeinig hockt. Gute Sache, oder?

SPEX präsentiert Empress Of live
20.03. Berlin – Berghain Kantine
22.03.. Köln – Artheater