Komplexe Strukturen als gemeinsamer Nenner

Spex präsentiert das Polyhymnia Festival 2011Krautrock hat in den Rockspielarten der letzten Jahre ein bemerkenswertes Revival erlebt. An Bands wie !!!, Holy Fuck oder Beak> ließ sich beobachten, wie diese Jahrzehnte alte Musik neu adaptiert und in einen modernen Kontext gestellt wurde. Eine Veranstaltung wie das Polyhymnia Festival, bei dem der sogenannte Neo-Krautrock im Mittelpunkt steht und das sich gleichzeitig über den Namen auf eine der neun griechischen Musen bezieht, hat also durchaus seine Berechtigung.

    An zwei Abenden im März präsentieren die Veranstalter aus den verschiedensten musikalischen Zusammenhängen bekannte Musiker und Bands, bei denen sich jeweils die Liebe zu komplexen Klangstrukturen als gemeinsamen Nenner ausmachen lässt. Neben vergleichsweise jungen Künstlern wie den französischen Turzi, dem Kölner Trio Von Spar oder der neuen Elektronik-Groove-Gruppe Zirkon um Milo Smee (Chrome Hoof) und Florian Zwietnig (Mediengruppe Telekommander) gastiert auch die ›ältere Garde‹ im Club Maria nahe des Ostbahnhofs: Die beiden Stereolab-Musiker Tim Gane sowie Joe Dilworth (auch Zirkon) spielen DJ-Sets, Dirk Dresselhaus alias Schneider TM wird sein neues, Field Recordings von Baustellen verwendendes Projekt vorstellen und die italienischen Prog-Legenden und Langhaar-Träger von Goblin lassen mit einer ihrer rar gesäten Live-Shows die Erinnerungen an ihre furiosen Dario-Argento- und George-A.-Romero-Scores für »Susperia« bzw. »Dawn of the Dead« neu aufleben.

    Neben den Live-Shows ist eine Podiumsdiskussion mit Hans-Joachim Irmler (Faust), dem Literaturwissenschaftler Sascha Seiler, Manfred Miersch (atelierTheremin), dem taz-Journalisten Thomas Mauch sowie dem Kraut-Spezialisten Emil Delikolder im Wirtshaus am Ufer (WAU) angekündigt. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, ob Kraut und Prog im 21. Jahrhundert angekommen sind – und wie sich eine der ältesten deutschen Quasi-Popmusiken und ihre Zukunft entwickeln werden. Karten für das Polyhymnia Festival sind im Vorverkauf erhältlich, einen guten Überblick über das Festivalprogramm vermittelt der untenstehende Polyhymnia-Podcast.

 


STREAM: Polyhymnia-Festival 2011 – Prog & Kraut to Rock the Crowd

Spex präsentiert das Polyhymnia Festival:
18.03. Berlin – Maria am Ufer (mit Live-Shows von atelierTheremin, Schneider TM, Von Spar, Zirkon, DJ-Sets von Tim Gane, Joe Dilworth, Jimmy Trash, Ondula & Óscar der Winzige)
19.03. Berlin – Maria am Ufer (mit Live-Shows von Night Terrors, Goblin, Turzi, Warm Digits, DJ-Sets von Antoni Maiovvi, Pedro Papel, Emil Delikolder, Skate Or Die)
19.03. Berlin – WAU (Podiumsdiskussion mit Hans-Joachim Irmler, Sascha Seiler, Manfred Miersch, Thomas Mauch, Emil Delikolder)

1 KOMMENTAR

  1. […] Das Polyhymnia Festival (#2) bemüht sich um eine Aktualisierung von Prog und Krautrock, also jener ersten Avantgardemusik, die deutsche Musiker wie Can oder Neu! wesentlich und noch vor Techno weltweit prägen und definieren konnten. Aus dem zeitgenössischem Spektrum sind am ersten von zwei Abenden in der Maria die Berliner atelierTheremin, Schneider TM, die Kölner Discokrautproger Von Spar und die aus Joe Dilworth (ehemals Stereolab, Kissogram), Milo Smee (Chrome Hoof) und Florian Zwietnig (Mediengruppe Telekommander) bestehende Formation Zirkon live vertreten. Weitere Informationen bei Spex.de. […]

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