Ein Raum rebellischer Selbstbehauptung

»Das ist ein Kampf, wenn auch kein bösartiger«, kommentierte die Regisseurin und Choreografin Monika Gintersdorfer im »Kunstsprache Theater«-Interview in Spex #328 das für Europäer ungewohnte Publikumsgebaren in Abidjan an der Elfenbeinküste. »Das Publikum ist alles andere als still. Da schaltet niemand sein Handy aus, die Leute brüllen ihre Begeisterung oder ihre Aufregung heraus, und im Gegensatz zu Deutschland partizipieren sie auch gerne.« Vom 2. bis 4. September bringt Gintersdorfer mit ihrem langjährigen Bühnenpartner Knut Klaßen das Tanztheater »Rue Princesse« ins Haus der Kulturen der Welt Berlin, im Oktober gastiert »Rue Princesse« in Hamburg auf Kampnagel. Auf die Reaktionen des deutschen Publikums zur »stimmlichen und physischen Präsenz« der Ivoren darf man gespannt sein.

    Die berühmte Amüsiermeile Rue Princesse in Abidjan, der in der Lagunen-Region gelegenen ehemaligen Hauptstadt der Elfenbeinküste, gilt als Schmelztiegel der westafrikanischen Kulturszene, in dem sich die Bevölkerung während der bürgerkriegsähnlichen Krise einen Raum rebellischer Selbstbehauptung erhalten hat. Das Tanztheater »Rue Princesse«  arbeitet die Situation in einer multimedialen Show auf. An drei Tagen geht »Rue Princesse« den Fragen nach ›weißer‹ und ›schwarzer‹ Identität, Politik, schwarzem Feminismus und dem europäischen Tanz nach. Geplant sind außerdem Beiträge der Chicks On Speed, Marc Aschenbrenner sowie Jacques Palminger und Carsten »Erobique« Meyer, die küzlich erst in einer Single-Kollaboration mit Shaggy Sharoof und Elvis Seconde die »Rue Princesse« abfeierten (vgl. auch »Totaler Spinner« auf der aktuellen Spex-CD #92).

    Eine weitere Aufführung von »Rue Princesse« folgt im Herbst, vom 7.-9. Oktober gastiert das Tanzensemble im Hamburger Kampnagel.

 

Spex präsentiert Rue Princesse Live:
02.09. – 04.09. Berlin – Haus der Kulturen der Welt
07.10. – 09.10. Hamburg – Kampnagel

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