Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel. Da stellt sich die Frage, wie wir künftig leben und arbeiten wollen. Wie diese „New Society” aussehen könnte, wird im niederösterreichischen Krems erprobt. SPEX präsentiert das Donaufestival 2019.

Unter der Anleitung von Michiel Vandevelde loten die Performer_innen von Fabuleus in „Paradise Now (1968-2018)“ das revolutionäre Potenzial von Kunst aus (Foto: Clara Hermans).

Es heißt, die Gesellschaft sei gespalten oder zumindest pluralisiert. Aber ist die soziale Idee wirklich gescheitert oder erfindet sich unsere Gesellschaft gerade neu? Jedenfalls steckt im Begriff „New Society” der Hinweis auf eine neue Lebens- und Arbeitswelt, die wir mitgestalten sollten, damit sie uns nicht überwältigt. Ob Digitalisierung, Roboterisierung oder Künstliche Intelligenz – wie wir damit umgehen, liegt in unserer Hand.

Ganz dem Zeitgeist entsprechend hat das Donaufestival sein diesjähriges Programm unter das Motto „New Society” gestellt und präsentiert an zwei Wochenenden im April und Mai ganze 84 Kulturveranstaltungen. Die Konzerte, Performances und Ausstellungen, Filmabende und Talks finden an insgesamt 18 Spielorten auf der Kunstmeile Krems statt.

In Paradise Now (1968-2018) fragt der Choreograph Michiel Vandevelde zusammen mit den Performer_innen von Fabuleus nach revolutionären Potenzialen, die aus der Vorlage der Anarcho-Truppe The Living Theatre ins Hier und Jetzt ragen, während der Found-Footage-Film Ne Travaille Pas (1968-2018) von César Vayssié wie ein situationistisches Update zum Hashtag „Die Gesellschaft des Spektakels“ wirkt.

Konzerte von Ben LaMar Gay, Shortparis und Nkisi

Der bildende Künstler Jonas Staal erforscht in seiner Ausstellung Steve Bannon: A Propaganda Retrospective, Model Bannons Bildwelten über die Zyklen des Bösen, die der ehemalige Berater Donald Trumps in Vorbereitung auf eine rechtspopulistische Gesellschaft geschaffen hat. In Unheimliches Tal / Uncanny Valley von Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) und Thomas Melle denkt ein robotischer Doppelgänger Melles über den Status des Menschlichen in der datengetriebenen Netzwerkgesellschaft nach.

Den Soundtrack des diesjährigen Festivals liefern der israelische Gitarrist Yonatan Gat & The Eastern Medicine Singers, Holly Herndon, Apparat und Kate Tempest, Guttersnipe und Katharina Ernst. Dazu gesellt sich Psychedelisches von Flotation Toy Warning, Cosmic Jazz von Ben LaMar Gay, Synthie-Minimalismus von Punctum, Industrial von Giant Swan, rituelle Exorzismen von Lingua Ignota, verstörender Electro-Pop von Shortparis, sanfte Ambient-Drones von Rafael Anton Irisarri, Futuristisches von Khalab und Nkisi und vieles mehr – vier Überraschungskonzerte inklusive. 

Das künstlerische Programm des Donaufestivals wird von Talks begleitet, in denen Jonas Staal, Heinz Bude und Isolde Charim, Helen Hester und Black Quantum Futurism über die kommende Gesellschaft sprechen. Ein zum Festival erscheinender Essayband führt die Überlegungen zur „New Society” fort.

SPEX präsentiert das Donaufestival 2019

26.04 – 28.04 & 03.05 – 05.05 Krems an der Donau – Kunstmeile Krems