Vorausgreifend die Leerstellen füllen

Es brummt, rauscht, scheppert, schleift, kreischt – Caspar Brötzmann spielt die E-Gitarre schon einmal, wie andere an der Kreissäge arbeiten: Sorgfältig, präzise, dabei aber energisch, laut und äußerst effektiv. Der 1962 in Wuppertal geborene Musiker arbeitete mit Künstlern wie FM Einheit, Diamanda Galas, Martin Aktins (Killing Joke, Ministry), Sibylle Berg und Page Hamilton (Helmet), mit seinen zwischen Noise, Progressive Rock, Free Jazz und Experimentalmusik mäandernden Stücken lotete Caspar Brötzmann sowohl als Solo-Künstler als auch als Kopf der Band Caspar Brötzmann Massaker schon vorausgreifend jene musikalischen Leerstellen aus, die erst Jahre später von Bands wie Wolf Eyes, The Ex und KTL besetzt wurden und die man von den Einstürzenden Neubauten und Sonic Youth relativ zeitgleich zu hören bekam.

    Von all der Referenzreiterei sollte man sich allerdings nicht trügen lassen: Brötzmann war in seinem Schaffen stets wegweisend, statt sich nur beim Klang anderer zu bedienen. Der Klangforscher, talentierte Musiker, Komponist und Maler entlockt der E-Gitarre all ihre Laute, setze gemeinsam mit Eduardo Delgado Lopez und Danny Arnold Lommen, mit denen er 1986 das Caspar Brötzmann Massaker gründete, fünf Alben aufnahm und das sich nach der 1995 veröffentlichten Platte »Home« auflöste, Maßstäbe für viele der zeitgenössischen Geräuschmusikbands.

    Nach zehn Jahren Pause und einer Solo-Karriere Brötzmanns in den USA, Asien, Afrika und Europa steht nun erstmals wieder das Caspar Brötzmann Massaker in Originalbesetzung auf einer deutschen Konzertbühne, im Rahmen der von Spex präsentierten Experimentalmusikreihe »Elektroakustischer Salon« wird die Band am kommenden Donnerstag, den 3. Juni die hohe Halle des Berghain bespielen. Der Ort für die Präsentation der alten sowie neuen Massaker-Stücke könnte nicht besser gewählt sein: Die glasklare Funktion-One-Anlage des Clubs lässt eine punktgenaue Ausrichtung der Gitarren-, Schlagzeug-, Bass- und Gesangs-Kaskaden ebenso zu, wie eine erdrückend-laute Wall of Noise. Vor und nach dem Live-Konzert in Bandbesetzung wird Spex-Chefredakteur Max Dax das Gaspedal der Berghain’schen Plattenspieler durchtreten bzw. rausnehmen und den Saal mit Noise, Electronica und Jazz beschallen.

    Für den »Elektroakustischen Salon« am 3. Juni verlosen wir drei mal zwei Tickets, zur Teilnahme genügt eine E-Mail an gewinnen@spex.de mit dem Betreff »Caspar Brötzmann«, der Teilnahmeschluss ist der 3. Juni 2010, 14 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

 


VIDEO: Caspar Brötzmann Massaker – Tempelhof

Caspar Brötzmann Massaker Live:
03.06. Berlin – Elektroakustischer Salon @ Berghain (mit DJ Max Dax)
14.06. CH-Genf – L’Usine

Foto: © Dirk Rudolph

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