Mehr als nur Dubstep

Auch bei »Bass Meets Space«: Ramadanman / Foto: Benjamin Biel/Ruhrtriennale

Wenn man bald zehn Jahre nach der von London ausgehenden Expansion von Dubstep spricht, dann spricht man kaum noch von ›dem‹ Dubstep, von ›dem‹ Rhythmus – so wie man es in anderen musikalischen Spielarten schließlich auch nicht zu tun pflegt, denn wer würde schon eine wegweisende Garage-Rock-Band wie The Strokes mit heutigen Indie-Superstars wie The XX vergleichen. Wenn also am kommenden Samstag in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg-Nord die Produzenten bzw. DJs Scuba, Shackleton, Appleblim und Ramadanman sowie Jazzanova als Live-Act auftreten, dann ist an diesem Abend zwar großteils Dubstep dran, aber ebenfalls Ausfransungen in zig andere Richtungen.

Im Rahmen des Ruhrtriennale-Programms findet die von Ex-Spex-Chefredakteur Christoph Gurk kuratierte bzw. programmierte Clubnacht »Bass Meets Space« statt, deren Ziel es ist, ebendiese Vielfältigkeit der Bass- und Dubmusik aufzuzeigen. Das beginnt schon bei der Wahl des Live-Acts: Jazzanova, seit 14 Jahren als Produzenten bzw. DJs tätig, werden bei »Bass Meets Space« eine Zusammenführung von Broken Beats und Nu Jazz, Soul und Funk mit Dubstep präsentieren, gemeinsam mit dem Musiker Paul Randolph und DJ Alex Bark wird das Musikerkollektiv Jazzanova den Abend eröffnen. Aber auch die für die anschließende Clubnacht gebuchten Szene-Größen des Dubstep arbeiten längst abseits der ausgetretenen Basspfade.

Selbstverständlich: Bei Scuba und Shackleton, Ramadanman und Appleblim brummt die tiefe Bassline sonor, synkopieren die Beats mal langsamer, mal schneller, vibriert der Bass in der Magengrube. Aber gerade bei Appleblim und Scuba hat das große Interesse an Dubstep zugunsten ›klassischerer‹ Tanzmusik schon wieder abgenommen. Der Hotflush-Records-Betreiber Paul Rose alias Scuba experimentiert dementsprechend unter seinem Alias SCB an stärker House-orientierten Sets, einzelne entsprechende Tracks tauchen so auch in seinen Scuba-Playlists auf. Und auch Appleblim zeigte abseits seiner Ramadanman-Co-Produktion »Sous Le Sable« erst vor zwei Wochen im Berliner Club Horst Kreuzberg, wie Techno- und Houselastig seine Offbeat-Tracks sein können. Alleine Shackleton kann man noch als im-engsten-Sinne-Dubstep verstehen: Seine Tracks auf seinem »Three EPs«-Album arbeiteten mehr mit Claps und dezent platzierter Percussion statt einer durchgehenden Abfahrtsbassline, aber genau dies machte den Reiz an dieser musikalisch äußerst abwechslungsreichen Produktion aus. Im Rahmen der Dubstep-Party »Sub:stance« im Berghain zeigte er sich dazu von seiner besten Seite: Je schneller Shackleton das Tempo anzog, desto mehr geriet er als DJ selbst in Bewegung.

»Bass Meets Space« verspricht zu einem einerseits musikalisch hochinteressanten, andererseits durch das unterschiedliche, sich aber perfekt ergänzende Booking auch clubdynamisch feisten Abend zu werden. Dabei mag zwar »Dubstep« drüber stehen, drin ist letztlich aber noch viel mehr.

 

Spex präsentiert Bass Meets Space:
28.08. Duisburg – Landschaftspark Duisburg-Nord, Foyerbereich Gebläsehalle (ab 21:30 Uhr, Eintritt 15€)
mit Jazzanova feat. Paul Randolph (Live), Alex Bark, Shackleton, Scuba, Ramadanman, Appleblim

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