In der zweiten Folge unseres Podcasts sprechen wir mit dem britischen Pop-Kritiker Simon Reynolds über Sex Revolts: Gender, Rock & Rebellion und die Gegenwart. Außerdem: Sudan Archives fantasiert über die Zukunft und Ebow frühstückt female rap ab.

Rock-Musik bekommt ja schon länger ihr Fett weg. Gitarrenmusik ist tot und so weiter. Vollkommen zurecht. Zumindest, wenn man auf den Typus des klassischen Rock-Stars schaut: Machogehabe, Möchtegern-Poserei, weiße Typen, die nicht checken, dass ihre Geschichten nur noch langweilen. Und schon gar nicht, dass neue Erzählungen aus diversen Perspektiven wesentlich spannender sind.

SPEX-Podcast
Schon wieder Podcast-Zeit? Yes! Jeden zweiten Donnerstag hört ihr eine neue Folge des SPEX-Podcasts. (Bild:SPEX)

Aktuelle Rock-Musik kann dafür größtenteils nichts. Ihr schlechter Ruf ist vielmehr eine Art Erblast, die den Damen und vor allem Herren mit den verzerrten Gitarren an den Fersen klebt, wie ein altes Kaugummi. Das zumindest behaupten Joy Press und ihr Ehemann Simon Reynolds in ihrem 1995 veröffentlichten Buch The Sex Revolts: Gender, Rebellion & Rock’n’Roll, in dem sich die beiden der bedauerlicherweise langfristig verdrehten Frauenbilder der Rockstars annehmen.

„Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt”, heißt es im Vorwort, bevor Press und Reynolds die sogenannten Genies der Rock-Geschichte, wie Iggy Pop und Malcom MacLaren auf der Couch Platz nehmen lassen, um ihre Texte, ihr Image und ihre Musik zu analysieren. Dabei helfen jede Menge gesellschaftspolitischer Kontext und die Linse der (1995 noch relativ jungen) Gender Studies.

Anlässlich der ersten Veröffentlichung einer deutschen Übersetzung am 15. Februar beim Ventil Verlag, haben es sich die SPEX-Redakteur_innen Jessica Hughes und Julian Dörr mit Reynolds in unserem Podcast-Studio bequem gemacht, um über die nachhaltige Relevanz seiner Thesen, die rebellion von heute, Antifeminismus und Cancel Culture zu sprechen.

Außerdem könnt ihr in dieser Ausgabe hören, wie es klingt, wenn Sudan Archives beim Mittagessen über Utopien fantasiert und Ebow in ihrer neuen Kolumne „Planet Kanak” klarstellt, warum die beliebte Zuschreibung female rap endlich und für alle Zeiten in den sprachlichen Giftschrank gehört.

Den SPEX-Podcast findet ihr jeden zweiten Donnerstag überall dort, wo es Podcasts gibt, z.B. bei AppleSpotify, Deezer, Soundcloud und Mixcloud. Oder gleich hier auf unserer Seite. Und nicht vergessen, gleich zu abonnieren.