Single-Premiere: Soap&Skin covert Omar Souleymans »Mawal Jamar«

Foto: Antonin B. Pevny

Anja Franziska Plaschg alias Soap&Skin galt als Schneewittchen am Piano. Nach dem Biss in den giftigen Apfel. Mit Amy Winehouse-Gedächtnis-Nest auf und allerhand Hallu-Gedanken im Kopf, schien es trotz eines weiteren Albums nach ihrem LP-Debüt Lovetune For Vacuum anno 2009, als sei sie in den Untiefen des selbst aufgerissenen Kraters verschwunden.

Mit ihrer dritten EP Sugarbread gab die Österreicherin im März 2013 ein kurzes, finales Lebenszeichen von sich, bevor das letzte Blatt der Orchidee auf dem schwarzen Flügel endgültig kompostreif zu Boden segelte.

Nun ist Plaschg zurück. Und mit ihr die Augenschatten, die Liebe, der Verrat. Klingt die Meldung »Pianistin aus der Oststeiermark covert syrischen Arab-Techno-Weirdo« erstmal nach dem Absurdum des Tages, ist die Vorstellung, dass die Expertin für musikalische Schmerzerfahrungen sich eben jenen Track des Produzenten Omar Souleyman vorknöpft, der Plaschgs Steckenpferd zum Thema hat – menschliche Abgründe – gar nicht allzu abwegig. Kurzer inhaltlicher Abriss: Bruderzwist um eine Frau. Und das in Syrien.

wenu wenu

Plaschgs Aneignung des Seelenpein-Tracks »Mawal Jamar« vom 2013er Souleyman-Album Wenu Wenu ist kein Absurdum. Sondern im Ergebnis die naheliegendste Zusammenkunft im Geiste zweier Künstler, die real Welten trennen. Nicht zuletzt, weil sich Soap&Skin so authentisch des syrisch-kurdischen Dialekts bedient, als habe sie nie in einer anderen Sprache gesungen.

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