Simon Reynolds – Schmeiss alles hin

Schmeiss alles hin…und fang neu an. So lautet Connie Löschs Übersetzung des Simon Reynolds-Titels »Rip It Up And Start Again«. Mit dem Untertitel »Postpunk 1978 – 1984« erschien das Original des fast manischen Bloggers, Buch- und Presse-Autoren vor zwei Jahren. Und auch heute, so zeigt ein schnelles Durchskippen des gerade eintreffenden, flüssig & süffig über setzten deutschsprachigen Buches, lohnt sich diese sehr subjektive, nein, persönliche Dokumentation der Zeit nach dem Hype namens Punk. Im Vorwort nämlich stell Reynolds klar, dass es in seinem Leben weder vor noch nach der genannten Periode keinen Zeitraum mehr gab, in der er so sehr im Moment lebte.  Läst ein derartiger Prolog durchaus noch offen, ob eine solche Nacherzählung nicht in Billo-Gonzo enden kann, zeigt sich schnell: dafür ist der heute zwischen New York und London pendelnde Reynolds dann doch zu reflektiert, und er hatte ja auch eine Menge Zeit zum Filtern und Neu-Bewerten jener Jahre, in denen Jon Lydon das nihilistische Wegschrubben des Punk mit dem Offbeat aufbrach, ABC Popper-Pop inszenierten, und eben auch Industrial und Synthie Pop antraten – gegen die teilweise zu Formeln verkommenden Haltungen von Punk, und ebenso natürlich weiterhin gegen den gemeinsamen Feind, den authentischen Rock  US-amerikanischer Prägung.

Simon Reynolds: Schmeiss alles hin und fang neu an
Rip It Up And Start Again – Postpunk 1978 – 1984,
600 Seiten, Hanniba

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