Sicheres Zeichen, dass bald Weihnachten ist: She & Him veröffentlichen Cover-Platte

Autsch?! Schauspielerin Zooey Deschanel und ein Gitarrist mit Wayfarer-Brille alias She & Him covern sich auf Classics durch die heimische Plattensammlung. Was nach Ibuprofen schreit, tut eigentlich gar nicht so weh.

Das Catterfeld-Virus ist zur Volkskrankheit mutiert, die Delpys, Liefers‘, Tschirners und Costners haben epidemieartig die Radios okkupiert, und wenn noch irgendein Ochsenknecht-Sohn seine nächste heiße Single ankündigt, ist der Schüttelfrost nicht weit. Schauspieler, die sich ans Mikrofon wagen – schwierig. Singende Schauspieler, die Songs covern – Gretchenfrage! Dass jaulende Soapies und klampfende Free-TV-Sternchen zumeist in einer Kausalkette mit akutem Würgereflex stehen, liegt daran, dass die Musik, die sie schon immer mal machen wollten, aber sich nie damit in die Öffentlichkeit getraut haben, vor allem eins nicht ist: Musik, mit der man sich in die Öffentlichkeit trauen sollte.

Auch (500) Days Of Summer-Darling Zooey Deschanel (She) war die Dusche nicht genug, logisch, dass der Schmollmund alsbald nicht nur die Kamera, sondern auch das Mikrofon tangierte. Auf bisher vier Alben hat die Frau hinter dem Farrah-Fawcett-Gedächtnis-Pony in Kollaboration mit Gitarrist M. Ward (Him) die in mehr oder weniger gehaltvolle Akkorde gegossenen Ergebnisse ihrer »modernen Brieffreundschaft« aka Mail-Korrespondenz in der New Girl-Mittagspause veröffentlicht. Am kommenden Freitag folgt nun, was folgen muss, wenn der Ideen-Akku leer und Weihnachten nicht weit ist: eine Cover-Platte.

Und während beim Lesen des digitalen Beipackzettels (»Die Stilvielfalt reicht von klassischer Countrymusik über Vintage-Pop bis hin zu schnörkellosem Rock’n’Roll und grandios überproduzierter Wall Of Sound-Dramatik«) schon die Pusteln sprießen, muss man beim widerwilligen Einbinden des Albumstream-Embeds zugeben, dass nicht alles Dünnpfiff ist, wo Classics draufsteht. Tatsächlich trägt Deschanel den Vokal-Petticoat einigermaßen würdevoll, und ihr Kompagnon macht an der Luftgitarre (Beweisvideo zur Single »Stay Awhile« unten) eine grundsolide Figur.

Selbstredend handelt es sich auch bei den restlichen zwölf Tracks neben der Dusty Springfield-»Neubearbeitung« um ausgewählte Lieder großer Helden aus der persönlichen Plattensammlung von Deschanel und dem Mann ohne Vornamen, die man schon immer mal machen wollte, sich aber nie getraut hat. Kein Soundtrack zu einem Film, der noch gedreht werden muss, aber dank Elvis‘, Louis‘, Arethas und Franks Vorarbeit auf jeden Fall kein Grund, Schleimbatzen zu husten. Ist ja auch bald Weihnachten.


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